Reiche sollen Grippe-Impfstoff spenden
19.10.2009 | 18:36 Uhr 2009-10-19T18:36:00+0200Berlin. Der Beginn der Impfungen gegen die Neue Grippe rückt näher. Während die Aufregung über die Qualität der Impfstoffe anhält, warnen Wissenschaftler: Die ganze Strategie ist falsch. Die Impfkampagnen sollten nicht national organisiert, sondern international gesteuert werden.
Die so genannte Schweinegrippe sei ein globales Problem und müsse global bekämpft werden, fordert Professor Francis de Véricourt von der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Die Impfstoffe seien effizienter einzusetzen, wenn ihr Einsatz von einer zentralen Instanz gesteuert werde. Reiche Länder, die sich mit Impfstoffen versorgt haben, sollten ihre Mittel für arme Länder, die keine Vorräte haben, zur Verfügung stellen.
Solche Spenden wären dem Experten zufolge im eigenen Interesse der Geberländer. Eine zentrale Koordination der Impfungen könne die Ausbreitung optimal eindämmen. Die Studie der ESMT in Zusammenarbeit mit einer Universität in den USA kommt zu dem Schluss, dass auf diese Weise die Gesamtzahl der weltweiten Infektionen minimiert werden könne.
Nicht nationale Impfprogramme, sondern zentral gelenkte Entscheidungsprozesse, die etwa bei der Weltgesundheitsorganisation angesiedelt wären, sind nach Auffassung der Forscher der „ideale Weg”. Die Impfstoffe müssten gezielt in den Ländern eingesetzt werden, „die es am nötigsten haben”, sagt Francis de Véricourt auf Anfrage der WR. Davon würden schließlich alle profitieren. Bleibe die Entscheidung aber den nationalen Regierungen überlassen, so warnt er, steige das Risiko von Infektionen aus dem Ausland „dramatisch” an.
Der Wissenschaftler räumt ein, dass die Bereitstellung nationaler Vorräte ein „enormes” politisches Risiko darstelle und schwer zu vermitteln sei. Dennoch diene sie letztlich auch dem Schutz der Bevölkerung des Geberlandes.
Länder wie USA und Großbritannien seien bereit, jeweils zehn Prozent ihrer Impfstoffe zu spenden. Ein Vielfaches sei aber nötig. Die meisten Impfstoffe seien von reichen Ländern geordert worden, in denen die Gefährdung geringer eingeschätzt werde. Ärmere Länder tragen laut de Véricourt auch deshalb das größere Risiko, weil gefährliche Veränderungen des Virus dort wahrscheinlicher sind.
21:05
Reiche Länder..... als Überschrift wäre klarer.