Neumitglieder strömen in die SPD
02.10.2009 | 20:04 Uhr 2009-10-02T20:04:00+0200
Dortmund. Mitleid oder schlechtes Gewissen? Seit der Bundestagswahl verzeichnet die SPD einen rasanten Mitgliederzuwachs. Allein 2000 Menschen traten bundesweit per Internet der Partei bei. 550 Neumitglieder konnte die NRW-SPD seit Sonntag begrüßen.
Bei der Wahl war sie die große Verliererin - jetzt ist sie aufeinmal auffallend gefragt: 550 Neumitglieder hat seit der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag alleine die SPD in NRW registriert - ein unverhoffter Zuwachs. Der ist nach einer Wahl eigentlich nicht ungewöhnlich. Neu ist allerdings, dass es die Verlierer sind, die profitieren.
Im südlichsten Bundesland hat Holger Reise, Pressesprecher der Bayern-SPD, bereits versucht, sich diesem Phänomen zu nähern. „Ich habe mit zahlreichen Neumitgliedern gesprochen - und das sind seit Sonntag bei uns einige hundert. Viele haben schon lange mit der SPD sympathisiert”, weiß Reise. Bislang habe aber der entscheidende Ruck gefehlt, den Mitgliedsantrag auszufüllen. „Doch das Wahlergebnis hat wachgerüttelt. Und den entscheidenden Ausschlag gegeben.”
Auf der Erfolgswelle mitschwimmen
Solidarisierungseffekt nennt das Professor Christoph Strünck, Politikwissenschaftler der Universität Siegen. Es sei gesetzt, dass nach der Wahl die Siegerparteien Zuläufe verzeichnen. „Viele wollen auf der Erfolgswelle mitschwimmen.” Dass es in diesem Jahr die Verlierer trifft, eine Partei, die extrem erfolglos gewesen ist, sei außergewöhnlich.
Landesverbände
- Die meisten Neumitglieder der SPD in NRW stammen aus den Städten Köln, Essen, Dortmund, Bochum, Recklinghausen, Bonn und dem Rhein-Erft-Kreis. Der Landesverband hat nach eigenen Angaben insgesamt 137 000 Mitglieder.
- Die CDU in NRW hat laut eigener Pressestelle derzeit 163 462 Mitglieder.
- Die Grünen bringen es nach eigenen Angaben auf 10 650, die Linke auf 8550 und die FDP in NRW auf 16 924 Mitglieder.
An eine inhaltliche Entscheidung glaubt Strünck indes nicht. „Dafür ist es noch zu früh. Die SPD hat gerade erst begonnen, ihr Personaltableau festzulegen. Vielmehr scheinen die Menschen erschrocken zu sein, wie schlecht die SPD abgeschnitten hat.”
Zudem spiele das Abschneiden der anderen Parteien, der SPD in die Hände. „In Bayern ist es sicherlich so, dass die Eintritte mit der schwachen CSU zusammenhängen. Die Zeiten von 50 Prozent sind dort vorbei. Wahrscheinlich für immer.” Fehlt der Platzhirsch, sind die Menschen eher bereit, auch andere Parteien zu unterstützen.
100 Neumitglieder bei der Linkspartei in NRW
Und das will wohl überlegt sein. Im Falle der SPD könnten es auch Interessenten der Linkspartei sein. „Wer sich mit dem Gedanken trägt, dass sich etwas ändern muss, entscheidet sich vielleicht dann doch für die SPD statt für die Linkspartei”, so Strünck. Diese verzeichnet im bevölkerungsreichsten Bundesland seit Sonntag 100 Neumitglieder. 70 sind es bei den Grünen und - allerdings bundesweit - 1000 bei der FDP.
Bei den kleinen Parteien spielen zwei Gründe beim Eintritt eine Rolle. Neben dem guten Abschneiden kommt auch der Karriereaspekt ins Spiel: „Neumitglieder hoffen auf einen schnellen Aufstieg in einer kleinen Partei”, weiß Strünck. Der NRW-CDU lagen noch keine Zahlen vor.
18:40
Na Klasse, brutto oder netto, das ist auch hier die
Frage. Interessant, daß man die Parteiaustritte hier
schön verschweigt. An anderer Stelle hatte ich
heute schon geschrieben, daß man jahrzehn-telang im Revier sich - offenbar gerne - hat auf
den Arm nehmen lassen. Ein Weiterso möchte man sich deshalb tunlichst verkneifen. Skepsis
und kritische Einstellung gegenüber allem was
linksdreht, ist angesagt und wenn es auch der Joghurt im Regal des Händlers ist. Ob man das je im Revier kapieren wird? Die letzte Bundes-tagswahl, bei der DIE LINKE fröhliche Feste feiern durfte im Pott, stimmt mehr als nachdenklich!!
Glückauf
15:21
und nicht vergessen liebe WAZ: Täglich eine lächerliche Story über die LINKE bringen. Da schaftt man sich doch ein albernes AnhänselBILD Image.
14:34
Bei genauerem hinsehen wird aus dem SPD Mitgliederstrom nur ein Rinnsal.... bedauerlich, aber es ist so !
11:08
Zitat Strömen !! in die SPD.
Naja. 1000 Mitglieder durch Neuzugänge und wieviel 10.000 sind vorher ausgetreten ???
Diese Zeitung biegt sich alles so hin, wie sie es gerne hätte......
20:58
Es kann strömen und machen und tun wer will,
das ist mir schlicht und einfach egal.
Die jetzt eintreten, wollen Münte`s Posten.
Aber lasset Euch eines gesagt sein, Ihr jungen
NACHWUCHSTALENTE, der Mann mit dem Waschlappen im Mund ist zäh wie Leder.
Ihr müßt noch lange auf den Posten warten.
Und später dann oh Schreck,
sind die ganzen Wähler weck. ( g )
Oh das wird noch lustig.
19:13
#19 der name sagt alles zuviel geschluckt
00:51
Das Seniorenstadel in der sPD wird doch nicht mehr ernst genommen, last die alten doch spielen. Die Junge Bevölkerung orientiert sich um!
Die sPD-Basis ist doch zu dumm um sich zu äußern, siehe den Gartenverein-Bochum...
00:38
Ich könnte mir vorstellen, dass der Grund für die relativ vielen Eintritte durch erschrockene Bürger ob des marktradikalen Koalitionspartners FDPerfolgt sind. Aber so ist es nun mal: Wenn Millionen nicht zur Wahl gehen, müssen sie hinterher nehmen, was ihnen die Wähler präsentieren. Und das war leider nicht Schwarz-Rot, mit einer respektablen Kanzlerin.
17:21
Warum wird hier nicht die Piratenpartei erwähnt, die hat einen enormen Mitgliederzuwachs.
Aber nicht nur das, wenn man sich das Durchschnittsalter ansieht, dann ist die SPD mit knapp 60 Jahren nicht gerade taufrisch, die neuen Mitglieder haben wohl kaum eine lange Mitgliedschaft vor sich. Das Durchschnittsalter der Linken mit fast 63 Jahren ist so hoch, dass die Partei vermutlich aus demografischen Gründen bald verschwindet.
Einzige Partei mit einer Mitgliedschaft, die im Durchschnitt unter 30 ist, ist die Piratenpartei. Da ist die Zukunft Deutschlands. Vergesst die Altparteien, alt im wahrsten Sinne des Wortes.
16:52
Ich habe immer schon gewußt, man ist nur von Idioten umgeben.