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Gesundheitspolitik

Menschen haben Angst vor Zwei-Klassen-Medizin

05.08.2009 | 18:35 Uhr
Menschen haben Angst vor Zwei-Klassen-Medizin

Berlin. Das Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem schwindet. Die Deutschen befürchten eine Zwei-Klassen-Medizin, schlechtere Versorgung und steigende Beiträge für die medizinische Versorgung. Das geht aus einer Umfrage des Allensbach-Instituts hervor.

Droht in Deutschland eine Zwei-Klassen-Medizin? Laut einer Umfrage befürchten viele Deutsche das.

Welche Sorgen sind am weitesten verbreitet?

Die zukünftige Entwicklung wird von den meisten Befragten in düsteren Bildern gezeichnet. Vier von fünf rechnen mit steigenden Beiträgen zur Krankenversicherung. Fast ebenso viele glauben, dass sie für Medikamente immer mehr zuzahlen müssen. Eine Zwei-Klassen-Medizin, in der Privatpatienten besser behandelt werden als gesetzlich Versicherte, halten 72 Prozent der Bürger für wahrscheinlich.

Bekommen Patienten in zehn Jahren auch noch alles, was sie zum Gesundwerden brauchen?

Auch die Qualität der Versorgung wird sich nach Ansicht einer deutlichen Mehrheit nicht halten lassen. Mit dem aktuellen Niveau der medizinischen Leistungen sind die Patienten noch zufrieden, obschon ein guter Teil in den vergangenen Jahren eine Verschlechterung beobachtet hat. Gut zwei Drittel der Befragten befürchten aber, dass die Ärzte zukünftig noch weniger Zeit für die Kranken haben. Sechs von zehn Bürgern rechnen damit, dass die Patienten beim Arztbesuch oder bei Operationen einige Kosten selbst tragen müssen.

Weitere Reformen erwartet eine große Mehrheit der Befragten. Das führt bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung zu der Sorge, dass man medizinisch notwendige Leistungen nicht mehr kriegt”, erläuterte gestern die Chefin des Umfrageinstituts Allensbach, Renate Köcher.

Kann die Politik etwas gegen die Probleme tun?

An eine langfristige Lösung der Probleme bei der Gesundheitsversorgung glaubt kaum ein Bürger. „Das Vertrauen in die Politiker ist restlos dahin”, sagte Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender des Finanzkonzerns MLP, der die Studie bezahlt hat. Die Solidarität zwischen Arm und Reich ist allerdings nach wie vor ausgeprägt. So können die Befürworter der Bürgerversicherung auf eine Mehrheit unter den Wählern bauen. Bei der von der SPD favorisierten Bürgerversicherung wird die private Krankenversicherung praktisch abgeschafft. Jeder, auch Selbständige und Beamte, muss Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung bezahlen. Jeder zweite ist dafür, nicht einmal ein Drittel dagegen. Nur die acht Millionen Privatversicherten lehnen diese Forderung ab. Kein Wunder. Diese Patientengruppe zeigt sich mit den Versorgungsleistungen der Ärzte und Kliniken sehr zufrieden.

Was meinen die Ärzte?

Befragt wurden auch die Ärzte. Der Stimmung bei ihnen ist ebenfalls mehr als trübe. Neun von zehn Medizinern sehen Deutschland auf dem Weg in eine Zwei-Klassen-Medizin. Es werde immer schwieriger, alle medizinisch notwendigen Leistungen zu verordnen, meinen mehr als 80 Prozent der Ärzte. Nahezu jeder zweite Mediziner kann sich nach eigenen Angaben nicht genügend Zeit für seine Patienten nehmen. Nur eine Minderheit erwartet, dass in zehn Jahren noch eine Gesundheitsversorgung auf heutigem Niveau angeboten wird.

Fast 60 Prozent der niedergelassenen Ärzte gaben an, schon über einen Ausstieg aus dem Kassenarztsystem nachgedacht zu haben. Auch eine Tätigkeit im Ausland kommt demnach für immer mehr Krankenhausärzte und junge Mediziner in Betracht.

Wolfgang Mulke

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Kommentare
27.11.2009
00:28
Menschen haben Angst vor Zwei-Klassen-Medizin
von Tarzanin | #3

Wieso 2Klassen?
Und die Beamten? Extra Abrechnungssatz?

25.08.2009
19:32
Menschen haben Angst vor Zwei-Klassen-Medizin
von carsten1 | #2

Ärzte wollen aus dem Kassensystem aussteigen. Tja, da Dummheit gibt es halt auch bei den Ärzten. Für jeden einzelnen Arzt bedeuten natürlich private Patienten mehr Einnahmen als Kassenpatienten. Nur dumm, dass das Gesamtsystem eben nicht durch die Privatpatienten finanziert sind, sondern über die PremiumKassenpatienten. Letztere sind junge Akademiker, die leider noch nicht (oder noch nicht lange genug) oberhalb der Pflichtversicherhtengrenze verdienen. Diese Patienten zahlen (zusammen mit dem AG) 570 Euro pro Monat ein und erhalten dafür eine minderwertige Ärzteleistung. Fragt mal einen Privatpatienten, was dieser in dieses System einzahlt! Das sind häufig nicht mehr als 300 Euro pro Monat (incl. AG-Anteil, wenn es sich beim Privatpatienten um einen AN handelt)!

25.08.2009
18:06
Menschen haben Angst vor Zwei-Klassen-Medizin
von DerEinäugige | #1

Die Zweiklassen Medizin ist Realität in Deutschland - zudem vieles andere auch!

Bald haben wir auch noch eine drei Klassen Medizin!!

Wacht entlich auf und machte dem Spuk dieser Gestalten ein Ende!!!!

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