Lehrstunde für Jung
08.09.2009 | 20:23 Uhr 2009-09-08T20:23:00+0200Ein tadelloser Auftritt: einfühlsam, Konsens stiftend, zugleich mit Härte. Zum Luftangriff in Afghanistan hat Angela Merkel souverän Stellung bezogen und den Ton vorgegeben. Von Zeit zu Zeit muss man sich Respekt verschaffen. Gestern war es so weit. Es war wichtig, dem einen oder anderen Verbündeten Bescheidzu stoßen. Denn es war krass unsolidarisch, wie (vor)schnell und rücksichtslos manche Partner in EU und Nato geurteilt haben.
Drei Eindrücke werden die Debatte überdauern: Merkels Versprechen, einen Abzug der Soldaten in Angriff zu nehmen. Die Geschlossenheit der großen Koalition. Und die Unsouveränität von Franz Josef Jung. Merkels Auftritt war eine Lehrstunde, und nur einer im Kabinett hatte sie wirklich nötig: der Verteidigungsminister.
Wie innerlich gepanzert hat er die letzten Tage durchgezogen. Weil er nicht den Ton getroffen hatte, war die Erklärung erst nötig geworden. Er hätte sich früher, umfassender zu Wort melden und Mitgefühl mit den Opfern des Luftangriffs zeigen müssen.
Afghanistan bleibt ein Thema im Wahlkampf. Warum auch nicht? Der Krieg treibt die Menschen um. Die gestrige Debatte lässt hoffen, dass im Parteienstreit ein gewisses Niveau allerdings nicht unterschritten wird. Frank Walter Steinmeier hat auch die Balance gefunden. Es ist nur so, dass er nach Merkel an der Reihe war. Da war im Grunde alles gesagt, nur nicht von allen.
Merkel hat einen Truppenabzug an viele Bedingungen geknüpft und ist unverbindlich geblieben. Aber sie hat ihn in Aussicht gestellt. In fünf Jahren. Daran wird man die Kanzlerin später erinnern dürfen. Bis dahin wird es am Hindukusch wohl weitere zivile Opfer geben; schon, weil man sie oft nicht so zweifelsfrei von Aufständischen unterscheiden kann. Umso mehr kommt es auf die Ansprache an, wenn etwas schief läuft. „Entschuldigen, entschädigen, untersuchen”, lautet der Dreisatz, den die Amerikaner gelernt haben. Franz Josef Jung scheitert schon an der Entschuldigung.
16:31
An solchen Kommentaren, wie den von nobody 61, lässt sich meines Erachtens sehr gut die in der Gesellschaft weiter voranschreitende Unmenschlichkeit und Kälte erkennen. Keiner von uns muss in einem Kriegsgebiet gewesen sein, um zu wissen, was richtig und falsch ist. Einfach zu akzeptieren, dass mehr und mehr Zivilisten (UND DAS TAG EIN, TAG AUS) durch Besatzungsmächte sterben, ist für mich eine Art des Wegschauens oder vielmehr eine Form der Kaltblütigkeit.
Wenn so viele Menschen in Deutschland den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan unterstützen bzw. befürworten, dann sollen diese mir bitteschön erklären, was der Sinn dieser Operation noch sein soll. Mit dem 11. September 2001 kann mir niemand mehr kommen, denn die damaligen Drahtzieher wurden dort niemals gefunden. Zudem hat die Bundeswehr überhaupt keinen Beitrag zum Frieden in Afghanistan geleistet, was auch keineswegs ihre Aufgabe ist. Soldaten werden nicht als kulturelle Vermittler ausgebildet. Sie werden stattdessen schlicht und ergreifend ausgebildet, um zu töten. Das sollte jeder wissen, der schon einmal in der Bundeswehr war.
Aber was bin ich eigentlich noch am meckern? Das Thema über den schrecklichen Luftangriff ist doch fast schon wieder aus der Medienwelt verband worden. Das erinnert mich an einem Vorfall vor Knapp einem Jahr. Damals schoss ein Bundeswehrsoldat an einem deutschen Checkpoint auf ein heranfahrendes Fahrzeug, in dem sich lediglich eine afghanische Familie befand. Alle Insassen kamen bei diesem Zwischenfall um. Innerhalb von wenigen Tagen wurde das Thema einfach unter den Tisch gekehrt. Aber na ja. Zivis sterben eben im Krieg. Nicht wahr? Wir Staatsbürger lehnen uns einfach zurück und schauen zu, was für einen guten Job die Bundeswehr in Afghanistan doch leistet.
Ich will hier wirklich nicht sarkastisch werden und ich möchte auch nicht den Soldaten der Bundeswehr für die Verbrechen in Afghanistan die Schuld geben. Aber fakt ist, dass wir uns in eine Spirale der Gewalt begeben, aus der wir schon jetzt kaum mehr herauskommen. Was sollen wir dann den nachfolgenden Generationen erklären? Wie sollen sollen wir gegenüber unseren Kindern den sinnlosen Tod von unzähligen Soldaten und unschuldigen Zivilisten rechtfertigen? Sollen wir ihnen tatsächlich sagen Na ja, im Krieg sterben eben Zivis? So etwas ist doch einfach nur noch lächerlich.
Nach meiner Meinung haben die ganzen so genannten Friedensmissionen zu keinerlei Sicherheit und Stabilität auf unserem Planeten begetragen. Vielmehr verlieren immer mehr Familien ihre Angehörigen durch wahnwitzige Kriegeinsätze. Zudem steigt zwischen den Kulturen das Misstrauen und genau dieses Misstrauen, entstanden durch eine globale Gewaltspirale, führt zu gegenseitigen Beschuldigungen zwischen den NATO-Verbündeten. Am Ende müssen wir noch darauf aufpassen, dass wir uns nicht alle gegenseitig bekriegen. Wie hat zum Beispiel der Erste Weltkrieg begonnen. Auch hier haben Missgunst, Misstrauen und Kulturkämpfe zu einer Katastrophe geführt. Aber der Mensch braucht wohl eben sehr lange, bis er in der lage ist, dazu zu lernen.
Kurzum: Der Militäreinsatz in Afghanistan ist einfach nur noch bekloppt. Wir müssen so schnell wie möglich dort hinaus und uns für wirklichen Frieden (UND DAS AUF HUMANEM WEGE) einsetzen.
12:23
es ist krieg,ein krieg ist keine lebensversicherung, weder für zivis oder soldaten. die taliban kümmern menschenrechte einen scheißdreck und bomben ijre eigenen glaubensbrüder in fetzen, auch die aufbauhelfer von internationaler organisationen werden entführt ,vor laufender kamera, geköpft usw. wenn bei einer solchen aktion zivis gegrillt werden ,liegt das in der natur eines krieges. soldaten und taliban gehen in deckung,zivis sehen sich an ,was vom himmel auf sie zukommt, es kracht und blitzt und sie sind hin.wen wollen sie denn entschädigen?die taliban, die sich unters gemeine volk gemischt haben und von diesen nicht zu unterscheiden sind?oder wen?hier ist krieg, da gibt es kein pardon,kein fair play.wer zuerst schießt und besser trifft ,lebt länger,so sind die spielregeln,wer die nich beherscht sollte zuhause bleiben!bw macht einen guten job,können aber nicht immer ihr aufbau auftrag wahrnehmen,da sie oft unter beschuss der taliban liegen, ergo, wird zurückgeschossen.dabei kommen dann auch unschuldige??um. wenn angebliche zivis und kinder un 02:30 nachts um einen tankwagen freudentänze machen, weil es gleich ganz heiß wird, dann muß sich jeder fragen, was haben die da zu suchen?wenn dann ein umsichtiger truppenführer nach längerer beobachtung zu der erkenntnis kommt, hier hilft nur luftunterstützung, dann bekommt er diese, punkt! das dabei zivis draufgehen ist ein alter hut. die bevölkerung ist in einem krieg immer auf der verlierer seite, daran wird sich nie etwas ändern. wasa mich ärgert, ist ,daß sogenannte verbündete, auf den bw oberst rumhacken, franzmänner,hochnäsige briten und ein oh lord general der us army ,mit den bezeichnenden namen , kristalklarer blick, der wie alle anderen großmäuler hunderte kilometer vom geschehen entfernt ,whisky trinkend schwadrniert hat, sofort alles auf die bw abgeladen hat, fürwahr, tolle nato partner,aber die sollten sich mal an die eigene nase fassen,denn ihre gegrillten zivis übersteigen ,die der bw um den faktor 10 000, und kristalkugel gen.,unter seinem kommando, seiner spezial säuberungseiheiten, hat es im irak, kossowo und afghanistan zig tausend tote zivis gegeben,merket auf,man kann einen menschen nur vor den kopf gucken, nicht aber rein. so, genug geschrieben, nachher kommt noch ein ganzer roman bei raus.
13:12
Schön Herr Sanches, dass Sie das ganze als ein Wahlkampfthema betrachten. Aber leider muss man festhalten, dass in Afghanistan weiterhin Menschen sterben werden. Frau Merkels gereizter Auftritt ist nach meiner Meinung einfach nur unmenschlich. Er ist weder für das afghanische Volk tröstend, noch trägt er zu einer Ermutigung der deutschen Soldaten bei. Wo finden wir also hier Konsens?
Immer mehr Menschen in diesem Land, wozu ich nun auch gehöre, verlieren langsam das Vertrauen in unsere Politiker. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir uns geschworen, dass von Deutschland nie wieder sinnloses Blutvergießen ausgehen darf. Nie wieder Krieg, hieß es. Und nun das. Im Namen des so genannten Anti-Terror-Krieges rechtfertigen wir unsere Handlungen und trotzdem ist keinerlei Stabilisierung in Afghanistan in Sicht. Durch Soldaten und Bomben wird sich die politische Kultur des afghanischen Volkes nicht ändern.
Die Bundeskanzlerin hat sich mit ihrer Rede überhaupt keinen Respekt verschafft, jedenfalls nicht gegenüber dem afghanischen Volk. Durch den möglichen Tod von unschuldigen Zivilisten in Afghanistan verbunden mit einer undiplomatischen Rede der Kanzlerin wird der Hass gegenüber den Westen gestärkt. Der Kampfeinsatz in Afghanistan bringt nicht nur die dort lebenden Menschen, sondern auch die Menschen in Europa in großer Gefahr. Wir sollten eine friedensstiftende Rolle statt kämpferische Trotzhaltung einnehmen.
07:24
Jung hat halt keine Agitation und Propaganda gelernt .