Kurzarbeit in NRW verfünffacht
28.05.2009 | 19:08 Uhr 2009-05-28T19:08:00+0200
Düsseldorf. Die stark angewachsene Kurzarbeit dämpft den Anstieg der Arbeitslosigkeit in NRW besonders stark. Sie hat sich zum Ende des ersten Quartals seit dem Jahresbeginn mehr als verfünffacht
Sie hat sich zum Ende des ersten Quartals seit dem Jahresbeginn mehr als verfünffacht. Insgesamt mussten 243 330 Beschäftigte mit Kurzarbeitergeld auskommen, teilte die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit.
Im Dezember waren noch 1630 Betriebe mit 48 530 Beschäftigten in Kurzarbeit. Bis März hatte sich die Kurzarbeit dann auf 7800 Betriebe ausgeweitet. Der durchschnittliche Arbeitsausfall je Beschäftigten lag bei fast einem Drittel der regulären Arbeitszeit. Daraus könne man ableiten, wie stark die Kurzarbeit den Arbeitsmarkt in Vollzeitstellen umgerechnet entlastet hat. Für den März waren das immerhin rechnerisch 78 070.
Im Laufe des Mai haben schätzungsweise 3200 Betriebe für rund 60 000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Seit Beginn der Krise auf dem Arbeitsmarkt im Oktober 2008 haben damit landesweit rund 20 000 Firmen mit etwa 585 000 Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet.
Ruhe vor dem Sturm
Ab Mai hat die Bundesagentur für Arbeit die Erfassung der Arbeitslosenstatistik geändert. Alle Männer und Frauen, die sich in Trainingsmaßnahmen zur „Aktivierung und Eingliederung” in den Arbeitsmarkt befinden, gelten nicht mehr als arbeitslos. Die Zahl dieser Betroffenen will die Agentur aber weiter seperat ausweisen. durch diese rein statistische Änderung reduzierte sich die Arbeitslosenzahl in NRW im Mai um 3259.
Nach der neuen Berechnung waren im Mai 812 000 Männer und Frauen in NRW arbeitslos gemeldet, 9470 oder 1,2 Prozent weniger als im April. Gegenüber Mai 2008 hat sich die Zahl um knapp 45 000 oder 5,9 Prozent erhöht. Christiane Schönefeld, Chefin der NRW-Regionaldirektion, will die leichte Verbesserung im Mai nicht überbewerten. Sie sieht ein Signal, „dass die Talfahrt der Wirtschaft sich im Mai zumindest vorüberghend abgebremst hat”. Es sei aber keine Entwarnung, sondern eher „die Ruhe vor dem Sturm”.
Gleichzeitig weist die Agentur aber auch Zahlen der so genannten Unterbeschäftigung aus. Dazu gehören beispielsweise Personen, die sich in der beruflichen Weiterbildung befinden oder auch einen Existenzgründungszuschuss erhalten. Danach addiert sich die Unterbeschäftigung in NRW auf 1,012 Millionen Personen.
Von dem Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten im Mai alle Personengruppen. So waren insgesamt 202 950 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, die 50 Jahre oder älter waren, 2200 weniger als im April. Gegenüber dem Vorjahr war dies aber ein Anstieg um 11 790 oder gut sechs Prozent.
An der Spitze der Arbeitslosenstatistik steht immer noch die Stadt Gelsenkirchen mit einer Quote von 17,6 Prozent.
0mitdiskutieren