Das aktuelle Wetter NRW 13°C
WR-Info

Im Hochsicherheitstrakt Bomben gebaut

06.08.2008 | 18:56 Uhr

Bielefeld/Wuppertal. Der als "Bankräuber-König" bekannte Jan Zocha hat in seiner Bielefelder Gefängniszelle echte Sprengsätze gebaut.

Das habe das Landeskriminalamt in einem Gutachten festgestellt, bestätigte Staatsanwalt Christoph Mackel gestern einen Zeitungsbericht. In den Sprengsatz-Dosen seien Granulatanhaftungen gefunden worden. Dabei handele es sich um Nitrozellulose, ein Treibladungspulver, das auch in Schrotpatronen enthalten sei. Der wegen 14-fachen Banküberfalls zu zwölf Jahren Haft verurteilte Zocha hatte im Februar versucht, zwei Beamte der Justizvollzugsanstalt Bielefeld als Geiseln zu nehmen. Dabei habe es eine Verpuffung gegeben, sagte Mackel. Zuvor hatte der Häftling zwei Justizbeamten kochendes Wasser ins Gesicht gekippt. Nachdem er überwältigt worden war, entdeckten die Ermittler in seiner Zelle die Sprengsätze.

Wie das Treibsatzpulver in den Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses gelangen konnte, sei noch unklar, sagte Mackel. Es werde weiter ermittelt. Das Düsseldorfer Justizministerium nahm bislang nicht Stellung zu den Untersuchungsergebnissen. Ein Sprecher verwies auf ein noch ausstehendes Gutachten.

Der Gefangene war nach der versuchten Geiselnahme in die JVA Wuppertal verlegt worden. Zuvor war er seit mehreren Jahren in dem Bielefelder Gefängnis inhaftiert, dessen Hochsicherheitstrakt "Haus 6" als eine der sichersten Haftanstalten in Nordrhein-Westfalen gilt. Insgesamt hat Zocha bereits mehr als 16 Jahre hinter Gittern verbracht. Zweimal hat er versucht, zu entkommen, zuletzt aus der sauerländischen Haftanstalt Fröndenberg.

WR-Nachrichtendienste

Facebook
 
Kommentare
09.06.2009
09:45
Im Hochsicherheitstrakt Bomben gebaut
von socke01 | #2

Und die Insassen sind die Teilnehmer,die alle Annehmlichkeiten haben,die man sich wünschen kann.
Es heißt ja nicht umsonst Hochsicherheitstrakt,weil man mit hoher Sicherheit nicht merkt,was sich dort alles im Umlauf befindet.Da kann man sich sicher sein.

07.08.2008
18:37
Im Hochsicherheitstrakt Bomben gebaut
von Jürgen Gojny | #1

Gefängnis ist so ein häßliches Wort. Mich wundert, daß im Zeitalter der permanenten Sprachglättungen die Knäste nicht längst als VHS für kriminelle Aktivitäten firmieren.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/373490/create

Weitere Nachrichten aus dem Ressort
SG Massen gegen SC Hamm
Bildgalerie
Fotostrecke
Nach der Wut muss der Dialog folgen
Forensik kommt nach Lünen
Schnelle Messer
Gesundheitssystem
Umfrage
Die Finalistinnen bei „Germanys next Topmodel“ stehen fest . Wer ist Ihre GNTM-Favoritin?
 
Fotos und Videos
SG Massen gegen SC Hamm
Bildgalerie
Fotostrecke
SG Holzwickede vs. SV Langschede
Bildgalerie
Fotostrecke
Schwerer Verkehrsunfall
Bildgalerie
Fotostrecke
Wandern mit der WR
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Fan-Shop und Tickets — BVB plant Service-Center am Stadion
Signal-Iduna-Park
Der BVB plant ein neues Service-Center direkt in Stadion-Nähe. Bis 2013 sollen Millionen in den Neubau investiert werden, in dem neben einem Ticket-Bereich auch ein großer Merchandising-Bereich entstehen soll. Die Entwürfe sind in Arbeit.
Römer im Anmarsch - Baubeginn in Bergkamen
Archäologie
Es war das größte Römerlager nördlich der Alpen und wurde 1905 in Bergkamen-Oberaden entdeckt. Jahrelang durften die Geschichtsfreunde von einem Archäologischen Park an Ort und Stelle nur träumen - im Sommer wird endlich gebaut.