Erster Arzt will Zulassung zurückgeben
19.03.2009 | 07:49 Uhr 2009-03-19T07:49:00+0100
Dortmund. Augenarzt Dr. Norbert Freiburg aus Plettenberg ist der Erste - aber seiner Einschätzung nach nicht der letzte Mediziner in der Region, der die Konsequenzen aus der aktuellen Honorarreform zieht: Ende des Jahres wird er seine Kassenzulassung abgeben und Patienten nur noch privat behandeln.
KASSENZULASSUNG
Die Kassenzulassung bezeichnet die Berechtigung eines Arztes, Psychotherapeuten oder Zahnarztes, über die Kassenärztliche Vereinigung bzw. Kassenzahnärztliche Vereinigung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen abzurechnen.
Fehlt einem Behandler die Kassenzulassung, kann die Abrechnung ärztlicher Leistungen nur auf privatrechtlicher Basis gegenüber den Patienten erfolgen.
Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe vertritt die Interessen von mehr als 13 000 niedergelassenen Ärzten und Therapeuten.
Nachdem er schon seit 2008 „draufgezahlt” habe, gab die jüngste Quartalsabrechnung nun den Ausschlag für seine Entscheidung: „Ich werde finanziell ausgehungert”, begründete er.
Bei der Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe, Ina Retkowitz, stößt das Verhalten des Arztes auf gemischte Gefühle. „Insbesondere die Fachgruppe der Augenärzte gehört zu den Verlierern der Honorarreform - die schneiden besonders schlecht ab”, bestätigte sie. Je nach Zusatzqualifikation erhalten sie zwischen 19,60 und 20,18 Euro pro Patient und Quartal. „Das ist natürlich nicht viel”, räumte sie ein. „Und es ist auf alle Fälle sehr sehr schwer, mit diesem Honorar eine Augenarzt-Praxis reinweg mit Kassenpatienten zu führen.” Deshalb sei „eine gewisse Wut auch verständlich”.
Auf der anderen Seite könne es ihrer Ansicht nach in diesem Beruf nicht nur um betriebswirtschaftliche Aspekte gehen: „Wie weit es seinem ethischen Auftrag entspricht, künftig nur noch Privatpatienten zu behandeln, muss er selbst beurteilen.”
"Keine Panik!"
Verwundert zeigte sich die KV-Sprecherin zudem über den Zeitpunkt der Entscheidung: „Das erste Quartal ist noch gar nicht abgerechnet, das heißt, die Ärzte können noch gar nicht wissen, was unterm Strich herauskommt. Denn zu den Regelleistungsvolumen kommen noch andere Beträge hinzu.” Daher appellierte sie an die Mediziner, „nicht in Panik zu verfallen” - zumal man sich in Westfalen-Lippe darauf verständigt habe, Verluste auszugleichen, wenn diese fünf Prozent überschreiten. „Das heißt, wir greifen Ärzten, die in finanzieller Not sind, unter die Arme”, sagte Retkowitz. „Deshalb sollte man erst einen klaren Kopf bewahren und die Abrechnung abwarten, bevor man solche Maßnahmen ergreift.”
Der Fall des Plettenberger Augenarztes sei innerhalb des KV-Bereiches ein Einzelfall - und werde es ihrer Ansicht nach auch bleiben. „Das ist keinesfalls ein Trend. Wir gehen fest davon aus, dass das die absolute Ausnahme bleibt”, sagte sie der WR.
Das sieht Dr. Norbert Freiburg anders. Seine Bilanz: „Unter dieser Gesundheitspolitik wird der ländliche Raum von Fachärzten gesäubert.”
17:03
@ Elektrosteiger: Cool, und all diejenigen, die auf Grund- und weiterführenden Schulen waren und dann doch einfach nur einen Beruf gewählt haben, der nicht der Allgemeinheit dient, zahlen dann die Kosten der Beschulung zurück? Und diejenigen, die dann auch noch auf der Berufsschule waren oder ein Studium wählten, welches keine Kassenpatienten kkennt (Architekt z.B.) zahlen dann auch ihr Studium zurück? Und dann ist endlich der Staatshaushalt saniert?
Wie gut, dass die Welt so schlicht ist, wie Elektrosteiger sie sich denkt.
17:38
Last ihn doch.
Und wenn er nur noch Privatpatienten hat, wird er auch eines Tages Pleite gehen...
Und da dieser Mensch nicht mehr der Allgemeinheit dienen will, soll er auch seine Studiumskosten an die Allgemeinheit zurückzahlen...
17:35
der macht es doch genau richtig. Von Kassenpatienten kann KEIN Arzt mehr eine Praxis führen. So einfach ist das!!!!
14:51
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14:41
Klar, Zulassung zurückgeben und nur noch Privatpatienten behandeln. Ist auch einfacher denn da schaut keine Krankenkasse auf die Behandlungsqualität.
14:33
Erst letzte Woche ist meine Tochter (19 Jahre)
bei zwei Augenärztinnen schon an der Anmeldung abgewiesen worden.Sie hatte beide Augen stark gerötet und enzündet.Da sie sich nicht getraut hat den Mund aufzumachen ist sie wieder gegangen.
Meine Tochter ist bei der Bundesknappschaft versichert. Bei der dritten Augenärztin bin ich dann als Vater mitgefahren.Dort sollte sie auch abgewiesen werden.Ich binn dann mal ausnamsweise ein bisschen lauter geworden und nach langen hin und her ist meine Tochter endlich behandelt worden.
Ich währe da sonst nur gegangen,wenn die Polizei mich da rausgeholt hätte.
Dann hätte ich aber Strafanzeige wegen unterlassene Hilfeleistung gestellt.
Jetzt werden schon Notfälle abgewiesen.Unglaublich.
14:01
Was ist das für ein abstruser Unsinn, der hier von manchen geäußert wird.
Da wird gerade von Ärzten erstklassige Arbeit eingefordert, aber sie sollten schon bescheiden bezahlt werden.
Warum eigentlich? Wer sich dem meist äußerst lernintensiven Studium aussetzt, den Weg des Assistenzarztes im Krankenhaus geht, um dann eine eigene Praxis zu eröffnen (wo hier ganz nach dem Bonzen/Werktätigen Verständnis natürlich immer die Bonzeneltern die Praxen finanzieren, und eben nicht Kreditfinanzierungen vonnöten sind, nicht wahr? ).
Diese Praxen müssen eingerichtet werden, und meist macht es wenig Sinn, die Einrichtungen der Altvorderen übernommen werden.
Aber das machen diese Ärzte ja alles mit links, bzw sie lassen sich natürlich die Praxen durch die Pharmakonzerne einrichten, weil ja so korrupt, nicht wahr?
Was aber ist so unverschämt an der Vorstellung, den Lohn für eine intensive Ausbildung und, zumindest in Krankenhäusern Stundenintensiver Arbeitszeit, zu erwirtschaften und eben viel Geld zu verdienen?
Gruß
12:38
# 22 - einweitererLeser
...habe mal gehört, dass die Türken sich mit der blanken Hand ihren ***** abwischen und deshalb bei der Begrüßung nur die linke Hand benutzen !!! Natürlich finde ich das nicht gut. Genauso finde ich es nicht gut, dass es Zahnärzte gibt, die ihre Helferinnen auf dem Behandlungsstuhle vögeln und anschließend weiterbehandeln, als wäre nichts geschehen !!! Über das Thema KOKS im Behandlungszimmer, wolllen wir hier mal erst nicht zu diskutieren anfangen !!! Speziell diese Ärztegruppe sollte sich mal sehr zurückhalten, bevor sie Kritik am Gesundhheitssystem übt. Ihre speziellen Ärzteschulungen auf Sylt und an anderen Nobelorten, sollten einmal genauer vom Finanzamt geprüft werden. Was auf solchen Ärztetreffen - auf Kosten der Steuerzahler - dort teilweise abgeht, ist ebenfalls filmreif !!! Ärzte ??? Ich kotze !!!
12:34
Soll der Arzt das machen. Es werden genug Ärzte übrig bleiben, die hauptsächlich von Kassenleistungen leben. Man sollte überhaupt gesetzlich vorschreiben: Entweder Kassenarzt oder Privatarzt. Dann würde sich nämlich schnell rausstellen, dass die Privatkassen von den Gesetzlichen Kassen alimentiert werden und nicht umgekehrt! Die Privatkassen würden nicht mehr lange überleben.
12:29
Erfreulicherweise brauch ich keinen Arzt - bei mir ist sowieso alles pussi-, äh, pisso-, äh, PÜSCHOsomatisch!