Ende eines Märchens
26.11.2009 | 18:48 Uhr 2009-11-26T18:48:00+0100Es war eine dieser Meldungen, die man zweimal lesen muss: Das Emirat Dubai steckt in Zahlungsschwierigkeiten. Ausgerechnet Dubai, dieser Boom-Staat am Persischen Golf, der in Erdöl und deshalb vermeintlich auch in Geld schwimmt.
Bis gestern stand Dubai für schier unerschöpflichen Reichtum. Das Luxushotel Burj al Arab, die sündhaft teuren Edelvillen auf künstlichen Palmeninseln. Märchenbilder aus tausendundeiner Nacht. Gerade feierte die Formel 1 ihre Dubai-Premiere; 2020 will das Emirat die Olympischen Spiele ausrichten. Und nun: Milliardenschulden. Akuter Liquiditätsengpass.
Die Nachricht ist doppelt bitter. Einerseits sind die internationalen Banken- und Finanzmärkte nach der Krise noch viel zu labil, um eine weitere Erschütterung solchen Ausmaßes locker wegzustecken. Zweitens stützt sich die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft nicht zuletzt auf Öl-Staaten wie Oman, Bahrain, Katar - wo die Bahn AG gerade einen Multi-Milliarden-Auftrag abstaubte - und eben Dubai. Mit ihrer Kombination aus Nachholbedarf und Kaufkraft sollen sie Triebfedern eines neuen Booms sein. Schwächeln nun auch sie, wird es umso längern dauern, bis die Krise überstanden ist.
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