Eine neue Großmacht

Was wir bereits wissen
Kommentar zur geplanten Fusion zweier privater Klinikketten von Marc-André Podgornik

In Deutschland soll der größte private Krankenhaus-Konzern entstehen, den es hierzulande gibt. Die Ketten Helios und Rhön-Klinikum wollen fusionieren. Vielerorts wird das kritisch betrachtet – mit Recht. Hier entsteht eine Großmacht: Krankenkassen und Politik werden das zu spüren bekommen. Bedenklich ist zudem, dass ein Pharmaunternehmen sich dann eine eigene Krankenhauskette hält.

Man sollte das Projekt aber nicht komplett verteufeln, auch wenn die privaten Klinikketten gewinnorientierter geführt werden als kommunale Krankenhäuser, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie eher Gesundheitsfabriken als Genesungshäusern ähneln. Viele Kommunen blicken neidisch auf die Gewinne der privaten Kliniken, sie gelten als Vorbild bei Umstrukturierungen der örtlichen, mehr schlecht als recht geführten Häuser.

Für die privaten Kliniken gelten aber die gleichen Standards wie für alle anderen Krankenhäuser. Kein Patient braucht Angst zu haben, aus Profitgier zu kurz zu kommen – zumindest nicht mehr, als in jedem anderen Klinikum auch. Klar muss aber auch sein: Arbeitet eine private Klinik unrentabel, wird sie abgestoßen. Für den Bürger könnte das bedeuten, dass auf ihn längere Anfahrtwege zukommen.