Ein Kraftwerk spaltet die Stadt
30.04.2008 | 16:51 Uhr 2008-04-30T16:51:00+0200
Lünen. Seit zwei Jahren plant die Trianel Power-Projektgesellschaft Kohlekraftwerk - ein Zusammenschluss von 30 Stadtwerken - die Errichtung eines 750-Megawatt-Kohlekraftwerks in Lünen.
Sowohl Befürworter wie Gegner rechnen in den nächsten 14 Tagen mit einer Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg.
Die Bürgerinitiative Kontra Kohlekraftwerke und der BUND kündigten bereits an, gemeinsam gegen das Milliarden-Projekt zu klagen. Derweil bereitet man bei Trianel schon den Baubeschluss vor, um kurzfristig mit den Bauarbeiten beginnen zu können. „Eine Klage, die sich ja nicht gegen Trianel sondern gegen die Bezirksregierung richten würde, hätte keinen Einfluss, keine aufschiebende Wirkung”, sagte Geschäftsführer Manfred Ungethüm der WR. „Und ich sehe derzeit keinen Rechtsbruch, der eine solche Klage begründen würde.”
Unabhängig vom Ausgang ist eines schon klar: Die Lippestadt ist gespalten - und hat viele Gründe für und gegen das Kohlekraftwerk.
Lesen Sie in unserem Kraftwerk-Spezial die Argumente für und gegen ein Kraftwerk.
Pro: "Sicher und umweltgerecht"
Manfred Ungethüm, Geschäftsführer der Trianel Power-Projektgesellschaft Kohlekraftwerk, führt im WR-Gespräch Argumente für den Bau des Kraftwerks auf. Zum Interview mit Manfred Ungethüm.
Contra: "Bereich schon jetzt total überbelastet"
Peter Nichau, stellvertretender Vorsitzender der BI Kontra Kohle Kraftwerk e.V. in Lünen, spricht sich im WR-Gespräch gegen den Bau des Kraftwerks aus: Zum Interview mit Peter Nichau
Hintergrund: 0,7 Prozent der Stromerzeugung
- Trianel plant nach eigenen Angaben eines der weltweit modernsten Steinkohlekraftwerke nach neuestem Stand der Technik.
- Ersetze es eine alte Anlage, werde das Klima um rund eine Million Tonnen Kohlendioxid pro Jahr geringer belastet.
- Möglich sei dies durch einen rund 20 % höheren Wirkungsgrad.
- Nach Berechnungen werden 2020 in Deutschland rund 125 000 Megawatt Strom produziert werden, davon etwa 20 % auf Steinkohlebasis. Das Trianel-Kraftwerk würde dann rund 0,7 Prozent an der Stromerzeugungskapazität ausmachen.
- Die Bürgerinitiative Kontra Kohle Kraftwerke ist seit Februar 2008 ein eingetragener Verein und hat derzeit rund 200 Mitglieder. Bislang hat die BI nach eigener Aussage 12 314 Unterschriften gegen das Trianel-Kraftwerk gesammelt.
- „Priorität Nr. 1 ist jetzt das Einsammeln von Spenden für die Klage”, sagt der zweite Vorsitzende Peter Nichau. Dafür benötige man rund 30 000 Euro - etwa 5000 Euro habe man bislang eingenommen
21:50
Baut das Kraftwerk dahin, wir brauchen Strom, ist teuer genug. Wegen der typischen Westwindlage geht die Abluft vom Bevölkerungsschwerpunkt Ruhrgebiet weg, wie es richtig ist. Und die Lüner brauchen sich nicht aufregen - sonst krigen sie alternativ ein leistungstärkeres Kernkraftwerk ...
09:06
Bei der Preisberechnung oben muss ergänzt werden, das nur bei den erstens beiden, eine volle Risikoabdeckung der Folgekosten im Preis enthalten ist.
Was wirklich fehlt ist eine offensive Forschung die sich nicht an ökologischer Romantik orientiert. Kein Mensch hätte etwas gegen effizienter Solarzellen. oder gegen Atomkraftwerke die in einer zweiten Phase ihr hochgiftiges Abfallmaterial wieder in unschädliche stabile Stoffe zurückverwandeln.
Solange solche Innovationen fehlen, muss man halt Strom nach bäuerlichen Traditionen erzeugen.
00:40
Ich habe Ihre Kommentare gelesen und nur gelacht. Die Intelligenz scheint hier noch nicht angekommen zu sein, aber zum Glück bin ich ja nun da.
22:24
Das keiner ein Kraftwerk vor der Tür haben will ist verständlich und der Widerstand dagegen sicher legitim. Nur nützt es nichts, nur dagegen zu sein, sondern als Kritker sollte man schon auch sagen, wie oder in diesem Fall besser wo sollte das Kraftwerk gebaut werden. Bezieht man die üblichen Windrichtungen von Nord über Süd bis West in die Überlegung mit ein, würde sich natürlich ausgezeichnet noch die Gegend um Schloß Cappenberg anbieten. So würden die Emissionen garnicht bis Lünen selbst kommen. Oder sollten wir besser ein wenig weiter weg bauen, da würden sich dann als Allternativen ja durchweg die deutschen Nationalparks anbieten. Da wohnt kaum jemand, dem es stören könnte und als Sonntagsausflüger ist man ja nach ein paar Stunden wieder weg.
21:38
Alle wollen den Strom aus der Steckdose,aber wenn es darum geht ein Kraftwerk oder ein Windrad zu errichten,wird sofort eine BI gegründet.Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis die erste BI gegen eine Solarstromanlage auf Nachbar`s Hausdach gegründet wird.
21:28
biomasse bis 60 cent kw/h
windenergie bis 45 cent kw/h
steinkohle bis 8 cent kw/h
atomstrom bis 6 cent kw/h
Noch Fragen.....oder soll Strom bald Luxussein
21:13
Sonst sind doch die Gegner des Kraftwerkes immer sehr aktiv???
Aber man hört und sieht hier im Forum nichts von ihnen!!!
19:43
Wenn der Strom nicht mehr aus der Steckdose kommt, dann liegt das nicht an fehlender Kraftwerkseinspeisung, sondern wie die Umweltschützer allen voran Bärbel Höhn behaupten, an maroden Leitungen.
18:43
Ich sehe das so, bei den Kraftwerkgegnern, mit verlaub, kommt der Strom immer noch aus der Seckdose. Erst wenn aus der Steckose kein Strom mehr kommt, wird nachgefragt, warum???
Und dann ist es leider viel zu spät.
Eine Frage noch: Was ist schlimmer: Das Kraftwerk oder die langen Autoschlagen auf der B 236 Richtung Innenstadt (die sollte man vielleicht erstmal beseitigen), die da jeden Tag so stattfinden???