Demonstranten setzen Zeichen gegen Atomkraft
26.04.2009 | 17:49 Uhr 2009-04-26T17:49:00+0200
Geseke. 23 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl haben Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen am Wochenende vor den Gefahren der Atomkraft gewarnt. In Geseke trafen sich Vertreter von deutschen, ukrainischen und weißrussischen Initiativen zur Partnerschaftskonferenz.
Ausgerechnet in Belarus, dem von der Tschernobylkatastrophe am 26. April 1986 am stärksten betroffenen Land, plant die Regierung den Bau eines neuen Atomkraftwerks. „Es gibt kein psychologisches Problem mehr”, sagte die weißrussische Parlamentsabgeordnete Svetlana Shilova im Gespräch mit der WR. Die Angst der Menschen sei überwunden, das Bauvorhaben solle „neuestem technischen Standard” entsprechen, sagte sie am Rande der Konferenz. Ihr Land sei auf Energieimporte angewiesen, und der Preis für das russische Gas steige „jährlich um 70 Prozent”.
Besorgnis bei Teilnehmern
Bei vielen der 350 Konferenzteilnehmer löst das Bauvorhaben Besorgnis aus. Ihre Initiativen engagieren sich auf vielfältige Weise dafür, die Folgen des Supergaus zu mildern. Erholungsaufenthalte für Kinder, Hilfstransporte in die betroffenen Regionen, Behinderten- und Sozialarbeit: „Zunehmend legen Projekte einen Schwerpunkt auf Ökologie und erneuerbare Energien”, erläutert Manfred Zabel vom Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) Dortmund, das die Konferenz zusammen mit dem IBB „Johannes Rau” in Minsk, der Evangelischen Akademie Villigst und dem Deutsch-Ukrainischen Netzwerk organisierte.
Zwei Windräder in der Region Lepel und Solaranlagen sind „sichtbare Zeichen gegen die Atomenergie”, sagt Ludwig Brügmann von der Initiative „Heim-statt Tschernobyl”. In Zusammenarbeit mit dem weißrussischen Partner „Ökodom” sind Modellprojekte entstanden, jüngst das erste Niedrigenergiehaus des Landes, das eine Notfallambulanz beherbergt.
Spenden aus Dortmund
Den Menschen aus den verstrahlten Gebieten, die in die weniger belastete Region umsiedeln mussten, bietet die Ambulanz medizinische und zahnärztliche Versorgung. Natürlich, so betonten Brügmann und der Dortmunder Ökodom-Vertreter Bernd Kemper, haben auch die eingesessenen Bewohner Zugang. Um dem Neid zwischen ihnen und den Umgesiedelten entgegenzuwirken, achten die Initiativen darauf, dass alle profitieren, von dem Gemeinschaftshaus etwa und von der neuen Kirche in Jurkowtschina, die seit zwei Jahren in Betrieb ist und, so Kemper, „wesentlich mit Spenden aus Dortmund finanziert” wurde.
"Tauwetter"
Brügmann hebt die Unterstützung der Behörden vor Ort hervor, weist aber auch auf die Erschwernisse durch die Ministerien in Minsk hin. Manfred Zabel, der auf „Wandel durch Annäherung” setzt, sieht erste Anzeichen eines „Tauwetters” beim weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko. Der wird am Montag im Vatikan erwartet und Anfang Mai auf Einladung der Europäischen Union in Prag.
IBB-Geschäftsführer Peter Junge-Wentrup spricht von der Aussicht der „Reformbewegung von unten”, den Staat zu gewinnen. Die Abgeordnete Shilova lobt die „zwischenmenschlichen Kontakte” als Beitrag zum „Frieden in der Welt”. Hoffnung auf Annäherung erwächst aus der Finanzkrise. Weil Hilfe aus Moskau versiege, öffne Lukaschenko sein Land zum Westen, sagt Zabel. Und auch mit Blick auf die Atomkraft sieht er in der Krise eine Chance: „Viele wollen jetzt Atomkraftwerke bauen, aber sie haben keine Kopeke, das zu bezahlen.”
Hintergrund: Erholungsaufenthalt in NRW
- Kinder aus den verstrahlten Gebieten von Tschernobyl sollen weiter zu Erholungsaufenthalten nach Deutschland kommen können. Dafür sprachen sich gestern die Tschernobyl-Initiativen in Geseke aus.
- Mit eindringlichen Worte schilderte die weißrussische Abgeordnete Svetlana Shilova die Bedeutung der Programme. Sie selbst kam 1994 erstmals mit ihrer damals dreijährigen Tochter nach NRW. Zu ihrer Gastfamilie in Geilenkirchen bestehe bis heute ein enger, herzlicher Kontakt.
- Die Ärztin Shilova ist im weißrussischen Parlament Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit, Familie und Jugend. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der weißrussisch-deutschen Parlamentariergruppe.
08:47
wenn alle atomkraftwerke in unserem land abgeschaltet worden sind,und der strom in anderen ländern teuer eingekauft wird,ist das geschreie gross.da nützen uns auch keine kohlekraftwerke und windräder mehr.
hätten die stromriesen nicht am erfoschen neuer akws hindern sollen.
01:54
Bei der Atomkraft gibt es mehrere große Probleme.
Vor allem ist die Frage der Endlagerung der schwer radioaktiven Abfälle noch ungeklärt. Wegen der Halbwertszeit müssen diese für mehrere zehntausend Jahre sicher gelagert werden.
Bei der Sicherheit gibt es auch Probleme. Die deutschen Atomkraftwerke werden immer wieder nachgerüstet um auf den neusten Stand zu sein. Aber mann kann nicht in allen Bereichen nachrüsten.
Die Gefahr für einen weiteren Super-GAU wie in Tschernobyl mag gering sein, aber sie ist vorhanden. Damals ging ein Reaktor in einer relativ dünn besiedelten Gegend hoch, und trotzdem war die Zahl der Opfer sechsstellig.
Und auch wir, die wir ja so weit davon weg waren, haben einiges von der Strahlung abbekommen.
Wenn hier im dichtbesiedelten Deutschland ein Atomreaktor durchgeht, wohin sollen wir die Leute evakuieren?
Der Atomstrom ist billig, ist auch ein gern genanntes Argument.
Für die Betreiber der AKWs ist es Billig, da die hier laufenden Kraftwerke (zum größten Teil) schon komplett abgeschrieben sind und daher die Kosten für die Weiterbetreibung überschaubar sind.
Vor allem brauchen die Stromkonzerne nicht für die Kosten der Endlagerung der radioaktiven Abfälle aufzukommen. Das zahlt ja der Staat, und somit wir, die Steuerzahler.
22:25
Atomkraft ohne CO²? Ohne Endlager? Atomkraft sauber??
Auman wo hab Ihr alle Euer wissen her? Ist ja schlimmer als Pisa je veröffentlicht hat.
Stellt Euch doch alle mal son Fäßchen Atommüll inne Keller, wenns so sauber ist.
Wenn Ihr den ****** schon haben wollt...
21:17
Ach ja, die ewig Gestrigen bemitleiden sich mal wieder selbst. Sollen sie sich doch Windräder und Solarenergie in den Garten holen, ihr Auto abmelden und weiter an die saubere Energie glauben ...
21:16
Der Klimawandel ist sicherlich stark von den Menschen beeinflusst. Daher ist die Atomkraft auch ein Ausweg aus den CO2 basierenden fossilen Rohstoffen. Zumindest in der Stromproduktion gibt es zur Atomkraft eigentlich keine vernünftige Alternative.
18:58
Den Atomkraftbefürwortern sei eine strahlende Zukunft zu wünschen! Wer diese Technik für beherrschbar hält und deren Auswirkungen derart verniedlicht, dem ist einfach nicht zu helfen. Und wer den Klimawandel als eine Art normalen Entwicklungsprozess anssieht noch weniger. Unbelehrbar bleibt schlicht unbelehrbar.
18:43
Dank AlGore und den Dummköpfen, die an den vom Menschen gemachten klimawandel glauben.
18:20
Das Thema Atomkraft hat sich erledigt -
Alle europäischen Länder sind zur Atomenergie zurück gekehrt -
Deutschland wird nach den Wahlen auch zur Atomkraft zurück finden
18:00
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