Zwei Firmen: Erik Pamp meldet Insolvenz an

Die Mitarbeiter haben es am Donnerstagnachmittag erfahren: Erik Pamp, verantwortlicher Geschäftsführender Gesellschafter, hat am Donnerstag beim Amtsgericht Dortmund die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die Firmen Pamp Bau GmbH und Specto Kanalprüfung GmbH beantragt. Betroffen sind insgesamt 46 Mitarbeiter und vier Auszubildende.

Lünen.. Die traditionsreiche Firma "Märkische Tiefbau", bei der Erik Pamps Bruder Uwe Geschäftsführender Gesellschafter ist, ist von der Insolvenz nicht betroffen.

Trotz insgesamt guter Auftragslage sei dieser Schritt wegen drohender Zahlungsunfähigkeit zwingend erforderlich, erklärte Erik Pamp. Grund für die Schieflage sei die von der Politik zurückgenommene Verpflichtung der Hausbesitzer zur Überprüfung der Abwasserleitung. Danach habe er von einem Tag auf den anderen dafür keine Aufträge mehr gehabt.

Teure Technik angeschafft

Die hohen Investitionen hätten am Ende die Liquidität der Firma verbraucht, sagt Firmenchef Erik Pamp. "Die Kehrtwende der Politik hat letztlich dazu geführt, dass die im Vertrauen auf die geltende Gesetzeslage erfolgten Investitionen sich nicht amortisiert haben", sagt Erik Pamp. So ein Kamerawagen für die Dichtheitsprüfung koste 300.000 Euro; er habe allein davon drei. Dazu kämen weitere Fahrzeuge wie zum Beispiel ein Spülwagen, der 150.000 Euro koste.

Insgesamt seien genug Aufträge vorhanden, betont er. Deshalb hoffe er darauf, dass der Insolvenzverwalter erreichen könne, dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt wird und die Arbeitsplätze erhalten werden können. Zwei der vier Auszubildenden machen gerade ihre Abschlussprüfung. Bei Kollegen und über die Kreishandwerkerschaft werde er sich um eine Fortsetzung der Arbeitsverhältnisse bemühen.

Seit 29 Jahren selbstständig

Erik Pamp ist Stadthandwerksmeister in Lünen und stellvertretender Kreishandwerksmeister bei der Kreishandwerkerschaft. Die Arbeit hier werde er nun zurückstellen: "Jetzt muss ich mich erst einmal um meine Leute und meine Firma kümmern", sagte er gestern. Seit 29 Jahren ist der 54-Jährige selbstständig; von der Reaktion seiner Mitarbeiter zeigte er sich gestern überwältigt: "Alle wollen helfen."