Wo traumatisierte Kinder eine Zuflucht finden

Hühner, Kaninchen, ein Hund, dazu viel Natur - die Lage des Kinder- und Jugendhof Strickherdicke in Fröndenberg ist idyllisch. Sieben Kinder finden dort ein Zuhause, eine Zuflucht aus Verhältnissen, die jedoch alles andere als idyllisch waren. Die Schwerterin Manuela Walkmann leitet diese besondere Wohngruppe. Wir haben sie besucht.

Schwerte/fröndenberg.. Hühner laufen frei im Garten herum, Retrieverhündin Emma freut sich über Besucher, Kaninchen rümpfen in ihrem Gehege die Nase. In der Küche steht Essen auf dem Herd. So sieht das neue Zuhause auf dem Kinder- und Jugendhof Strickherdickefürsieben Kinder aus, die bisher alles andere als Idylle erlebt haben.

Der Unnaer Jugendhilfeverein Help betreibt diese Intensiv-Einrichtung. Die Schwerterin Manuela Walkmann leitet die Wohngruppe, in der derzeit fünf Jungen und zwei Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren leben. Ihre Eltern können oder dürfen sich nicht um sie kümmern: "Unsere Kinder sind zum größten Teil traumatisiert, psychisch beschädigt, oft selbstverletzend."

In der Zwangsgemeinschaft mit anderen geschundenen Kinderseelen, fünf pädagogischen Fachkräften, einer "Hausmutti" sowie diversen Honorarkräften sollen sie wieder lernen, Vertrauen aufzubauen, sollen sie ihre Traumata überwinden und - wenn alles ganz gut geht - irgendwann in ihre Ursprungsfamilie zurückkehren. Wer nicht zurück kann, weil die Eltern zum Beispiel gewalttätig sind oder ihre Kinder missbraucht haben, soll fit gemacht werden für ein selbstständiges Leben als junger Erwachsener.

Tiere als Therapeuten

Wichtige Helfer auf diesem Weg sind auf dem Kinder- und Jugendhof die Tiere. Entspannende Kuschelstunden mit Therapiehündin Emma, der gemeinsame Bau eines Geheges für Hühner und Kaninchen, die Verantwortung für die Meerschweinchen im Kinderzimmer - manchmal bewirken Tiere mehr als Menschen.

Mehr Informationen unterwww.help-jugendhilfe.de

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