Wo in Lünen sollen Flüchtlingsheime gebaut werden?

Drei neue Flüchtlingsheime sollen in Lünen entstehen. Aber wo? Die Verwaltung hat jetzt erste Kriterien erarbeitet, mit denen ein neuer Ort gefunden werden soll. Außerdem sollen 100 - per Zufallsprinzip ausgewählte - Bürger mitsprechen dürfen.

Lünen.. In der Vorlage, die der Ausschuss für Bürgerservice und Soziales am Mittwoch in einer Sondersitzung bespricht, sind schon Kriterien für ein neues Flüchtlingsheim genannt:

Soziale Indikatoren: "Wie soll Integration klappen, wenn die Nachbarschaft nicht intakt ist?", fragt Fachdezernent Ludger Trepper. Deswegen sollen statistische Werte darüber entscheiden, welche Bezirke überhaupt infrage kommen. Liegt etwa die Zahl der Arbeitslosengeld-Empfänger in einem Bezirk höher als im Lüner Durchschnitt, kommt ein Bezirk nicht infrage. Ebenso, wenn dort mehr Menschen umziehen als im Rest der Stadt. "In Bezirken, wo die Menschen gerne leben, gibt es weniger Fluktuation", erläutert Trepper.

Planungsrecht: Sind diese Bezirke aussortiert, muss die Verwaltung die verbliebenen nach dem Planungsrecht überprüfen. Also feststellen, ob dort rechtlich überhaupt ein Flüchtlingsheim gebaut werden darf.

Infrastruktur: Ein nächster Schritt soll schließlich sicherstellen, dass die Infrastruktur im Bezirk in Ordnung ist, dass etwa Kindergärten, Schulen, Supermärkte, Ärzte und Apotheken in der Nähe oder gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sind.

Wirtschaftlichkeit: Erst ganz am Ende soll laut den Kriterien der Verwaltung die Wirtschaftlichkeit darüber entscheiden, welcher Standort gewählt wird - also wie teuer es wird.

Die Bürgerbeteiligung

Ob mit diesen Kriterien am Ende auch nach einem neuen Standort gesucht wird, darüber sollen auch die Bürger entscheiden. 100 Lüner - nach dem Zufallsprinzip ausgewählt - sollen zu einer Beteiligungs-Veranstaltung eingeladen werden. Ein konkretes Datum dafür steht aber noch nicht fest. Ende August soll der Rat abschließend über die Auswahlkriterien entscheiden. Wer nicht unter den 100 ausgelosten Lünern ist, sich aber trotzdem einbringen möchte, kann sich ans Büro des Ersten Beigeordneten Horst Müller-Baß, Tel. (02306) 1041780, wenden.

Was wird gebaut?

Wo auch immer gebaut wird - Massenunterkünfte sollen nicht entstehen, das betont Müller-Baß. In den neuen Gebäuden sollen nicht mehr als 40 Flüchtlinge unterkommen, die jeweils in abgeschlossenen Wohnungen leben.

Bis zu drei neue Unterkünfte
Mit dem Bau von bis zu drei neuen Flüchtlingsunterkünften wollte die Stadt ursprünglich die schon bestehenden ersetzen. Mit Blick auf die steigenden Flüchtlingszahlen sei aber noch nicht sicher, ob die alten Einrichtungen direkt geschlossen werden könnten, erläutert Müller-Baß. Eine Prognose darüber, wann die erste neue Unterkunft eröffnet werden könnte, wagt bisher keiner der Verantwortlichen.