Wird der Lüner Bahnhof bald doch barrierefrei?

Wird der Lüner Hauptbahnhof bald doch barrierefrei? Wenn es nach einem aktuellen Beschluss der Versammlung des Nahverkehrsverbandes Westfalen-Lippe geht, werden demnächst neue Aufzüge und Bahnsteige gebaut. Abgeschlossen ist die Modernisierung damit noch nicht - es wird noch mehr verändert.

Lünen.. In der Versammlung des Nahverkehrsverbandes Westfalen-Lippe (NWL) wurde beschlossen, dass der Lüner Bahnhof in die dritte Stufe der sogenannten Bahnhofmodernisierungsoffensive (MOF 3) aufgenommen wird. Bei den vorigen beiden Offensiven war noch das Land NRW mit beteiligt. Das ist nun anders. Aufgrund zur Verfügung stehender Mittel nehmen der NWL, einer der drei Aufgabenträger des Schienenpersonen-Nahverkehrs in NRW, und die Deutsche Bahn die Zügel bei dem Um- und Ausbau von Bahnhöfen in Westfalen nun selbst in die Hand.

Bahnsteig soll umgebaut werden

Geplant ist in Lünen der Neubau des Mittelbahnsteigs Richtung Münster. Zum einen wird die Länge des Bahnsteigs angepasst, damit bald auch der Rhein-Ruhr-Express (RRX) dort Halt machen kann. Zum anderen soll der Bahnsteig auf 76 Zentimeter angehoben werden, um einen barrierefreien Ein- und Ausstieg zu gewährleisten.

Außerdem soll es gleich zwei neue Aufzüge geben, damit auch vom Bahnhofsgebäude der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig Richtung Münster möglich wird. Die bestehende Aufzugskabine soll erneuert werden. Die Modernisierungspläne betreffen auch das Bahnsteigdach auf den Gleisen 3 und 4.

Fünf Millionen Euro für den Lüner Bahnhof

Weiter vorgesehen sind eine neue Ausstattung (unter anderem Lautsprecher und Anzeigetafeln), ein neues Beleuchtungssystem, die Anpassung der Treppenanlagen und die Verbesserung des Wegeleitsystems.

Für insgesamt 14 Bahnhöfe wurden Mittel von insgesamt 37 Millionen Euro bereitgestellt. Davon werden etwa 5 Millionen in den Bahnhof der Lippestadt fließen, erklärte Uli Beele, NWL-Pressprecher, auf Nachfrage. Die Umsetzung ist in den Jahren 2018 bis 2023 geplant. "Das ist eine realistisch angesetzte Planungszeit", erklärte Beele. "Es ist sehr sicher, dass die Modernisierungen im veröffentlichten Zeitraum umgesetzt werden können."

Zugang zu Gleisen nur über Treppenlift

Zweifel dazu wären durchaus berechtigt. Erst 2013 keimte die Hoffnung auf, dass sich in Sachen zweiter Aufzug etwas tut. Grund dafür waren freigewordene Mittel aus der "Bahnhofmodernisierungsoffensive 2". Schon damals forderte der NWL die Umsetzung der aktuellen Pläne. Im Juli 2013 erklärte die Deutsche Bahn jedoch, dass es zu dem Zeitpunkt keine Pläne für den Bau eines zweiten Aufzuges gäbe.

Am Lüner Hauptbahnhof gibt es einen Aufzug zu den Gleisen 1 und 2. Um zu den Gleisen 3 und 4 zu gelangen, bleibt einem neben dem Treppenaufstieg nur ein Treppenlift, der von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr betrieben wird.

Die Stadt Lünen konnte am Donnerstag noch keine Stellungnahme zu den Plänen der NWL geben.