Wie geht es weiter nach der Realschul-Schließung?

Eltern und der Schulausschuss des Rates haben eindeutig für eine zweite Gesamtschule gestimmt, und die Schließung der Realschule ist ohnehin längst beschlossene Sache. Doch wie geht es jetzt weiter? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Schwerte.. Welche Anzahl an Anmeldungen muss für die Gründung einer vierzügigen Gesamtschule erreicht werden?

Für die Gründung sind 100 Anmeldungen nötig. Werden weniger Schüler angemeldet, liegt kein Bedürfnis für eine weitere Gesamtschule vor. Die Stadt wird aus diesem Grund den Antrag für ein vorgezogenes Anmeldeverfahren stellen - so kann festgestellt werden, ob ausreichend Schüler für eine neue Gesamtschule zusammenkommen. Das vorgezogene Verfahren für das Schuljahr 2016/17 beginnt am 29. Januar.

Was passiert, wenn die zweite Gesamtschule scheitert, kann dann die Schließung der Realschule rückgängig gemacht werden?

Errichtung, Änderung und Auflösung von Schulen ist Sache des Schulträgers, heißt es vonseiten der Bezirksregierung. "Der Auflösungsbeschluss ist gefasst", so Schuldezernent Winkler. Die Schulverwaltung gehe davon aus, dass dann eine Dependance der bestehenden Gesamtschule eingerichtet wird. Das ist auch ein Punkt im Beschluss des Rates zur Schulpolitik.

Die Gymnasien durften bisher rund 40 auswärtige Schüler annehmen. Geht das in Zukunft auch noch?

Die Anzahl der Klassenzüge wird stadtweit aus dem Bedarf der gemeindeeigenen Kinder berechnet. Die Zahlen dazu werden in dem Schulentwicklungsplan festgelegt. In Schwerte stammen die letzten Zahlen aus dem Jahr 2007. Damals wurde die Vierzügigkeit der Gymnasien festgelegt. Seitdem sind die Zahlen an Schülern und Kindern gesunken. Solange keine neue Schule oder die Zügigkeit einer Schule vergrößern werden sollte, musste kein neuer Schulentwicklungsplan vorgelegt werden, erklärt Schuldezernent Hans-Georg Winkler. Die sinkende Zahl der Schwerter Schüler wurde durch auswärtige Schüler aufgefüllt. Mit der Gründung einer neuen Schule muss zwangsläufig der Bedarf für die weiterführenden Schulen in Schwere neu berechnet werden. Damit gehen stadtweit zwei Klassenzüge verloren.

Können die verlorenen Klassenzüge der Gymnasien später wieder eingerichtet werden?

Auch aus diesem Anlass wird ein Schulentwicklungsplan gefordert. Da die Schülerzahlen auf absehbare Zeit nicht mehr ansteigen, ist das unwahrscheinlich. Nur die Kinder einer Stadt, mit der man eine sogenannte Beschulungsvereinbarung getroffen hat, dürften wie gemeindeeigene Kinder gezählt werden. Da aber die Stadt Schwerte auf den Fahrtkosten der Schüler sitzen bleiben würde, hat die Kommunalaufsicht so eine Vereinbarung schon im Vorfeld untersagt.

Wer entscheidet, welche Kinder an einer bestimmten Schule angenommen werden?

Die Schulleiter entscheiden im Aufnahmeverfahren. Sie sind aber an rechtliche Vorgaben gebunden.