Wie finden Sie den Weihnachtsmarkt in Lünen?

Die Begeisterung war groß, als der stellvertretende Bürgermeister Rolf Möller vor wenigen Wochen das Lebkuchenherz angeschnitten hat. Die traditionelle Eröffnung des Lüner Weihnachtsmarktes. Nun läuft dieser - und es wird mächtig diskutiert. Und kritisiert. Wie ist Ihre Meinung?

LÜNEN.. Liselotte Skowronek ist enttäuscht: "Ich finde den Weihnachtsmarkt sehr bescheiden", sagt sie. Und sie ist mit dieser Einschätzung nicht alleine. Fragt man in diesen Tagen in den Lüner Straßen nach, muss man auf Kritik am Weihnachtsmarkt nicht lange warten. "Es wird immer weniger. Wenn ich ehrlich bin, finde ich den momentanen Zustand ganz schlimm", sagt auch Franz Hepka, der mit seiner Frau durch den Nieselregen zieht.

Kulturbüro: "Gesunde Aufstellung"

Ganz schlimm? Da hat Uwe Wortmann, der Leiter des städtischen Kulturbüros, ein anderes Gefühl. "Für eine Stadt wie Lünen ist es eine gesunde Aufstellung", sagt er. Etwas mehr als 40 Stände gebe es auf dem Weihnachtsmarkt - davon 11 Verkaufshütten, der Rest sei im weitesten Sinne dem Bereich "Imbiss" zuzuordnen: "Das ist seit Jahren konstant - eine gute Durchmischung." Zumal man beim Angebot auch die Rahmenbedingungen nicht aus den Augen verlieren dürfe: "Es ist halt so, dass bei der Größe und Dauer des Marktes gewisse Händler nicht kommen." Kunsthandwerker zum Beispiel. "Da bemühen wir uns natürlich drum, da gibt es von der Seite derHändler aber einfach keine Nachfrage."

Verkürzung sinnvoll?

Um das Angebot jenseits von Essen und Trinken zu vergrößern, vermietet die Stadt seit einigen Jahren Hütten für kürzere Zeiträume. Fünf sind das derzeit. Ulrike Witter bezieht eine von ihnen seit vier Jahren - immer für die letzte Woche - mit ihren selbst genähten Taschen: "Die Standgebühren sind super und in den vergangenen Jahren ist das Geschäft sehr gut gelaufen", erzählt sie. Eine Woche - das ist für sie ein Erfolgsmodell.

Aber: Ist dann nicht eine Verkürzung des gesamten Lüner Weihnachtsmarktes eine Überlegung wert? "Natürlich kann man darüber nachdenken. Das wäre aber sehr schwierig", sagt Kulturbüro-Leiter Wortmann. Warum? Der Markt gehöre seit über 30 Jahren zum Stadtbild und sorge "für ein bisschen weihnachtliches Ambiente". Und auch wirtschaftlich sei er ein gewichtiger Faktor: "Erbringt Geld in die Stadt, die Einzelhändler begrüßen das. Und nachmeinem Empfinden ist die Fußgängerzone auch gut frequentiert." Bei den Händlern auf dem Markt fällt das Urteil derweil besser aus als bei den Besuchern. "Es ist halt Lünen. Dortmund ist ein schwerer Konkurrent - und so hohe Erwartungen darf man nicht haben", sagt Silvia Seoni, die vor der Stadtkirche ihren Stand mit Hamburgern und Co. betreibt. "Wir sind zufrieden", sagt auch Bernhard Unger, der mit seinem Gewürzwagen hinter der Lippebrücke steht. "Wir sind nicht Dortmund. Das wird vom Flair nicht gehen - niemals. Ich bin gegen große Veränderungen."