Wie der Frischemarkt mit dem Mindestlohn kämpft

Mindestens 8,50 Euro - so viel müssen Unternehmen ihren Mitarbeitern seit dem 1. Januar 2015 zahlen. Doch vor allem kleine Unternehmen stellt der gesetzliche Mindestlohn vor Probleme. Auch den Frischemarkt in Villigst. Warum seine Mitarbeiter jetzt trotzdem nicht mehr verdienen - wir haben mit Inhaber Thomas Mack gesprochen.

Villigst.. "Fahr nicht fort, kauf am Ort" ist ein Motto, mit dem Kleinunternehmer ihre Kunden zur Unterstützung aufrufen. Denn besonders die kleinen Supermärkte haben es schwer: Discounter drücken die Preise und locken die Kunden. Seit dem 1. Januar plagt kleine Unternehmen aber noch eine Sorge: der Mindestlohn. 8,50 Euro bekommen die Mitarbeiter des Frischemarkts in Villigst nun - doch das kann sich der Marktbetreiber nicht leisten.

Zehn Mitarbeiter beschäftigt Inhaber Thomas Mack. "Ich will die Leute halten und die Preise sollen auch nicht steigen, also müssen wir die Öffnungszeiten anpassen", rechnet Mack vor. Keine optimale Lösung, doch wenn die Mitarbeiter bleiben sollen, müssen sich die Kunden mit den kürzeren Öffnungszeiten anfreunden.

Ein Nullsummenspiel für die Mitarbeiter

"Für die kleinen Betriebe ist das nicht einfach. Viele müssen wegen der höheren Löhne Leute entlassen", sagt Heidi Hirschberg. Sie hat über 30 Jahre im Frischemarkt gearbeitet und hilft dort auch im Ruhestand noch aus. Angst um ihren Job hatten Macks Mitarbeiter nicht. Sie vertrauen ihrem Chef. Doch durch die kürzeren Öffnungszeiten haben sie auch nicht mehr Geld in der Tasche als vor dem Mindestlohn. Nur die Arbeitszeit, die ist ab dem 12. Januar verkürzt.

Der Mindestlohn ist ein Nullsummenspiel für Mitarbeiter, eine Last für Kleinunternehmer. Karina Brühmann von der Einzelhandelskammer Südwestfalen überrascht das nicht: "So sind eben die Reaktionen. Es fängt bereits beim kleinen Kiosk um die Ecke an. 8,50 Euro Stundenlohn gibt so ein Betrieb oft einfach nicht her." Brühmann betont auch den bürokratischen Aufwand, der sich besonders für kleine Unternehmen nur schwer händeln lasse. Die neuen Öffnungszeiten gelten ab Montag, 12. Januar:
Vormittags hat der Villigster Frischemarkt montags bis samstags von 7 bis 12.30 geöffnet - er schließt dann eine halbe Stunde früher.Nachmittags haben sich die Zeiten ebenfalls geändert: Der Markt ist montags bis mittwochs sowie freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Donnerstags bleibt er nach 12.30 Uhr geschlossen.Sonntags ist von 8 bis 10 Uhr die Backstube geöffnet.

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