Was passiert mit dem ehemaligen FAB-Gelände?

Was soll aus dem Gelände des ehemaligen Freizeit- und Allwetterbades am Schützenhof werden? Gleich drei Anträge zur zukünftigen Nutzung des FAB-Geländes stehen auf der Tagesordnung des Rates für Mittwoch. Gibt es ein neues XXL-Freizeitbad, Sozial-Wohnungen oder wird das Wasserschutzgebiet erweitert?

Schwerte.. Diese drei Anträge stehen zur zukünftigen Nutzung des ehemaligen Freizeit- und Allwetterbades am Schützenhof auf der Tagesordnung des Rates:

  • Sozialen Wohnungsbau für die Gemeinnützige Wohnungsbau Genossenschaft
  • Privates XXL-Freizeitbad der Fantasy SPA AG
  • Erweiterung des Wasserschutzgebietes Ruhraue
Ausgangslage für den Rat

"Mangelnde Kommunikation, vor allem mit der Politik", bemängelt der Projektentwickler Bernd Arnhold am Montag im Vorfeld der Entscheidung. Er entwarf die Pläne für die Gemeinnützige Wohnungsbau Genossenschaft (GWG), die sozialen Wohnungsbau auf dem Gelände errichten möchte. "Wir hatten ja nur eine grobe Konzeption vorgelegt, da ist einiges noch machbar."

Außer den Vorschlägen der GWG zur Bebauung mit Wohnhäusern gibt es auch noch das Angebot der Fantasy SPA AG. Der Investor will auf dem Gelände wieder ein Freizeitbad bauen, allerdings ein privates im XXL-Format.

Im Vorfeld der Entscheidung waren die beiden potenziellen Investoren durch die Fraktionszimmer im Rathaus getourt, aber nicht überall auf offene Türen gestoßen. Allerdings waren die Projekte im Vorfeld auch im Ältestenrat vorgestellt worden. Arnold fehlt aber die Diskussion.

Absagen für beide Investoren

Die Ausgangslage für sein Projekt ist derzeit nicht erfolgversprechend. Denn sowohl die CDU als auch die Grünen, die gemeinsam über eine knappe Ratsmehrheit verfügen, erteilen beiden Investoren eine Absage. Sie wollen eine Grünfläche errichten, je nach politischer Ausrichtung mehr für die Bürger (die Grünen), mehr für den Naturschutz (CDU). Das sei eine einmalige Chance, das Wasserschutzgebiet Ruhraue zu erweitern, glaubt CDU-Fraktionschef Marco Kordt.

Die WFS favorisiert ein neues Freizeitbad, zumindest dann, wenn man die Verträge wasserdicht machen könne und die Fantasy Spa AG einen Firmensitz nach Schwerter verlegen würde. Ob die Firma, die keine Presseanfragen beantwortet hat, das machen würde, ist fraglich. Zumal man gerade erst von Bochum in die Schweiz gezogen ist.

Die SPD lässt der GWG zumindest noch eine gewisse Chance. "Wir können uns nicht leisten, das Grundstück nicht zu vermarkten", betonte Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder im Planungsausschuss. Der Antrag der Sozialdemokraten zielt zwar in Richtung Vermarktung, zunächst solle man aber alle Nutzungsmöglichkeiten prüfen. Denn der Vorstoß der GWG war offensichtlich auf eigene Faust. Im Immobilienangebot auf den Internetseiten der Stadt steht zur Nutzung des Geländes: "Ausgeschlossen sind Wohnen und Einzelhandel."

Gastronomie?

Die SPD möchte nun zuerst abklären lassen, wie viel Wohnbebauung möglich ist, ob sich hier auch Gastronomie ansiedeln ließe und wie eine Bebauung mit einem Hotel umsetzbar wäre. Erst mit diesem Wissen wolle man offensiv in die Vermarktung gehen. "Und es gibt ja nicht nur die GWG in Schwerte", so Schröder.

Zumindest auf eine Stimme kann Arnold für sein Projekt zählen, die der Linken. Die sind für den sozialen Wohnungsbau, haben aber bislang keinen eigenen Antrag formuliert. Und die FDP, wäre für eine Bebauung, aber nicht unbedingt mit Wohnblocks.

Größe und Geschichte des FAB


23140 Quadratmeter ist das Grundstück des FAB groß.


Weitere 9585 Quadratemeter groß ist die ehemalige Spiel- und Liegewiese jenseits des Mühlenstrangs. Sie ist allerdings im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen.


Das Grundstück befindet sich im Überschwemmungsbereich der Ruhr.


Ende 2009 wurde das Freizeit- und Allwetterbad geschlossen.


2013 wurde es abgerissen.