Warenmix von Altglas bis Zement

Die Hafenkräne haben Erfolg am Haken. Zum vierten Mal in Folge konnte der Umschlaglogistiker 2012 die Millionengrenze knacken. Wir blicken hinter die Kulissen des Betriebs.

Lünen.. Der Stadthafen übertrumpfte sein Ergebnis aus 2011: Er bewegte im vergangenen Jahr 58.000 Tonnen mehr Güter und erreichte 1,198 Millionen. 2011 lag die Umschlagsmenge bei 1,140 Millionen Tonnen. Den Löwenanteil macht dabei Importkohle aus. 541.000 Tonnen wurden im vergangenen Jahr von Schiffen und Waggons geladen, im Jahr davor waren es 519.000 Tonnen. "Je mehr die deutsche Steinkohle zurückgeht, desto stärker wächst der Anteil an Importkohle", sagt Wilfried Weineck, kaufmännischer Betriebsleiter der Stadthafen.
Drei Kohlehändler beliefern von Lünen aus täglich Kraftwerke in Hagen, Bielefeld oder Kassel mit dem "schwarzen Gold". In der eigenen Anlage des Hafens wird es individuell für die Bedürfnisse der Kunden aus Ballast- und hochwertiger Kohle gemischt. Um die Staubbelastung zu mindern, hat das Unternehmen die 25 Meter langen Förderbänder mit Blechschutz übertunnelt. In Kürze wird eine Dreifachhalle für 300 000 Euro errichtet. Darin können 15 000 Tonnen Kohle gelagert werden, die bisher offen auf dem Gelände liegen.
Von Altglas bis Zement
Der Stadthafen ist ein Umschlagplatz für Massen- und Schüttgüter. Sie kommen zu 90 Prozent per Schiff über den Datteln-Hamm-Kanal, vorwiegend aus Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam. "Damit entlasten wir die Straßen", erklärt Weineck. Die Produktpalette umfasst einen Mix aus 39 Gütern, von A wie Altglas bis Z wie Zement.

Dabei variieren die Umschlagsmengen. Während 2011 noch 124 000 Tonnen Recyclingstoffe, darunter auch Gleisschotter, umgesetzt wurden, waren es im vergangenen Jahr bereits 148 000 Tonnen. Die Tonnage bei Gips wuchs von 77.000 auf 92.000 Tonnen. Altglas hielt sich mit 63.000 Tonnen und Altpapier mit 14.000 Tonnen in beiden Jahren die Waage, während Splitt einen Rückgang von 46.000 auf 23.000 Tonnen hinnehmen musste. "Die Ursachen zu ergründen ist schwierig", so Weineck. "Wir arbeiten nur im Auftrag von Kunden. Nichts gehört uns." Splitt beispielsweise geht in den Straßenbau nach Holland, da gebe es Schwankungen.

Auch das Stahlgeschäft lässt nach. Der Umschlag brach um 36.000 Tonnen ein. Die Sorgen der Branche schlagen im Hafen durch. Bei Kupfer allerdings bewegten die Kräne statt 36.000 in 2011 im Vorjahr 44.000 Tonnen. Sandstrahlmittel von Asikos, ein Geschäft im Aufbau, machten 2012 schon 8000 statt vorher 1600 Tonnen aus.
Dahingegen tauchten Vogelfutter und Sonnenblumenkerne gar nicht mehr in den Büchern auf. "2012 war ein gutes und arbeitsintensives Jahr", zieht Weineck Bilanz. Auch für 2013 ist er optimistisch. "Für so einen kleinen Hafen ist der Umschlag schon bemerkenswert."