Von Hund angesprungen: Lünerin siegt vor Gericht

Beim Spazierengehen auf einmal mit einem großen Hund auf Augenhöhe? Einer Lünerin ist das Ende April 2013 in Brambauer passiert. Sie verletzte sich nach dem Sprung des 50 Kilo schweren Hundes leicht, klagte auf Schadenersatz. Das Oberlandesgericht Hamm hat ihr jetzt Recht gegeben.

Lünen.. Am 24. April 2013 war die Lünerin an der Straße Am Brambusch unterwegs, ging spazieren. Eine Frau kam ihr entgegen, drei Hunde an der Leine: ihren eigenen Schäferhund, einen Boxermischling - und eben jenen "Cane Corso" (oftmals auch italienische Dogge genannt) eines Bekannten. Und gerade die Dogge - Rüden werden bis zu 50 Kilogramm schwer - sprang die 22-jährige Frau aus Lünen unvermittelt an.

Gebissen hat der Hund nicht, Folgen hatte der Sprung aber trotzdem: Schürfwunden und eine blutende Verletzung im Gesicht unter einem Auge, die nur unter Narbenbildung verheilte.

Als Hundeführerin haftbar

Die Lünerin verklagte die Hundeführerin aus Hohen Neuendorf in Brandenburg auf 3000 Euro Schadensersatz, wurde aber in erster Instanz vom Landgericht Dortmund abgewiesen. Das Oberlandesgericht in Hamm gab ihr Anfang Mai jedoch Recht: "Die Richter hier haben das anders beurteilt", erzählt Christian Nubbemeyer, Pressedezernent des Oberlandesgerichts. Die Brandenburgerin hat demnach die Verkehrssicherungspflicht verletzt: "Auch wenn sie drei Hunde führt, muss sie alle drei unter Kontrolle haben", sagt Nubbemeyer.

Und obwohl sie die Hunde an der Leine hatte und - wie sie selbst angab - eng bei sich führte, konnte sie den Sprung nicht verhindern. Sie hätte das Hochspringen durch "einen hinreichend sicheren Griff von vornherein vermeiden müssen", heißt es vom Gericht. Schafft sie das nicht, ist sie als Hundeführerin haftbar.

Wichtiges Urteil für Jogger und Spaziergänger

Schon am 2. Mai fiel das Urteil, Nubbemeyer war es jetzt trotzdem noch ein Anliegen, den Fall zu veröffentlichen: "Ich denke an die Jogger und die Spaziergänger, da kann es ja häufiger zu solchen Situationen kommen. Die sollen wissen, welche Pflichten die Hundeführer in diesen Situationen haben."