Viele Lüner sagen ihren Tunesien-Urlaub ab

Nach dem Attentat von Sousse wollen viele Lüner auf einen Tunesien-Urlaub lieber verzichten. Die Mitarbeiter der Reisebüros in der Stadt sind mit Umbuchungen oder Stornierungen beschäftigt. Beliebt sind jetzt andere Ziele im Süden.

Lünen.. Schon am Freitag nach den ersten Meldungen aus Tunesien, kamen die ersten Kunden ins TUI-Reisebüro an der Bäckerstraße. Das ging bis Montag so weiter. Man habe die Anfragen nach Dringlichkeit abgearbeitet. Wer erst für den Herbst eine Tunesienreise gebucht hat, muss noch warten.

"Veranstalter sind kulant"

"Die Veranstalter sind sehr kulant. Vor allem junge Familien waren durch die Nachrichten aus Sousse in Angst und Schrecken", so Reiseverkehrskauffrau Delia Brüne. Neue Ziele seien nun Mallorca und die Türkei. Aber auch kostenlose Stornierung ist möglich, wenn man keine adäquate Alternative findet angesichts des in Tunesien günstigen Preis-Leistungsverhältnisses.

"Kapazitäten gibt es noch in der Türkei und Bulgarien", so Joachim Horn vom gleichnamigen Reisebüro an der Lange Straße. Größere Auswahl an Alternativzielen bestünde, wenn der Kunde nicht auf die Abflughäfen Dortmund oder Düsseldorf festgelegt sei, sondern auch in anderen Bundesländern starten könne.

Geduld ist gefragt

Viele Kunden mit Umbuchungswünschen hatte das Reisebüro megalastminute 24 an der Cappenberger Straße "Wir konnten allen helfen. Umgebucht wurde auf Mallorca, Kroatien oder auch die Kanaren, die ja eher ein beliebtes Winterziel und deshalb im Sommer noch nicht ausgebucht sind", so Tourismuskauffrau Nadine Mischalla.

"Im Moment können alle Tunesienreisen mit dem Abreisedatum bis 31. Juli kostenlos storniert oder umgebucht werden", erläutert Markus Müller vom Reisebüro Krause an der Münsterstraße. Wer erst später nach Tunesien reisen wollte, muss sich entweder gedulden oder kann nur kostenpflichtig stornieren oder umbuchen. Müller: "Bei Umbuchung wird die Reise in der Regel teurer als ein Tunesienurlaub. Meistens verzichten die Veranstalter dann auf Umbuchungsgebühren."

Allerdings lassen sich nicht alle Lüner von dem Attentat abschrecken. Manche wollen ihren Tunesien-Urlaub nicht absagen, so die Erfahrung von Andrea Zimmermann vom gleichnamigen Reisebüro an der Jägerstraße.