Verfahren gegen junge BVB-Fans eingestellt

Was als typische Kabbelei zwischen Fußballfans um einen Fanschal begann, hatte für zwei junge Schwerter verheerende Folgen: eine Verurteilung wegen Beihilfe zum versuchten Raub. Mit einer Berufung am Hagener Landgericht konnten die beiden glühenden Dortmund-Fans erfolgreich verhindern, als Vorbestrafte zu enden.

SCHWERTE.. Von Anfang an war klar, dass der Vorfall im Juli vergangenen Jahres am Osnabrücker Bahnhof eine Bagatelle war. Ein paar junge BVB-Fans hatten nach dem siegreichen Spiel ihrer Mannschaft die Fangesänge der Gegner nicht ertragen können. Einer von ihnen versuchte - erfolglos - einem der Osnabrücker "Sänger" den Fanschal abzujagen.

Als "Helfer" im Fadenkreuz

Die Polizei beobachtete die Szene und griff ein. Die Kontrahenten wurden getrennt, eine Anzeige wegen versuchten Raubes wurde geschrieben. Dabei gerieten auch die beiden Azubis aus Schwerte (18 und 20) als "Helfer" ins Fadenkreuz.

Die Richter der 4. Großen Jugendkammer am Hagener Landgericht erklärten jedoch gestern: Eine ernsthafte Absicht, den Schal zu rauben, sei nicht erkennbar, der Tatbeitrag der beiden an dieser als Nötigung gewerteten "Machtdemonstration" eher gering. Die Richter stellten beide Verfahren ein.

Stadionverbot von eineinhalb Jahren

Der 18-Jährige erklärte sich bereit, die Geldbuße von 300 Euro trotzdem zu zahlen. Der 20-Jährige muss 600 Euro zahlen. Ihm hatte der BVB sofort nach der Anzeige ein Stadionverbot von eineinhalb Jahren ausgesprochen. "Damit sind Sie als leidenschaftlicher Fußballfan zusätzlich gestraft", hieß es vonseiten der Kammer.