Verärgerter Schwerter findet Drohne im Garten

Der neuartige DHL Paketkopter mit Medikamenten an Bord startet von Norden-Norddeich (Niedersachsen) zu einem Überflug auf die ostfriesische Insel Juist.
Der neuartige DHL Paketkopter mit Medikamenten an Bord startet von Norden-Norddeich (Niedersachsen) zu einem Überflug auf die ostfriesische Insel Juist.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Ein pensionierter Polizeibeamter fand in seinem Garten eine offenbar abgestürzte Drohne mit Kamera. Der Speicherchip steckte noch in dem Fluggerät.

Schwerte.. Erst sah er die Drohne in seinem Garten rumfliegen, später fand er das havarierte Teil in einem Gebüsch auf seinem Grundstück: Als der pensionierte Polizeibeamte Günter Baier das Fluggerät geborgen hatte, stellte er fest, dass es mit einer kleinen Kamera ausgestattet war. Der Speicherchip steckte noch drin.

Nur wenige Tage vorher hatte der aufmerksame Schwerter in einer Fernsehsendung gesehen, dass Einbrecherbanden mit solchen Drohnen Häuser ausspionieren, um einen Einbruch vorzubereiten. "Kann man eigentlich einfach ohne Genehmigung so ein Ding herumfliegen lassen und die Gegend ausbaldowern?", fragt er verärgert.

Flugkörper Günter Baier fürchtet nicht nur einen Einbruch, sondern fühlt sich durch den Quadrocopter mit Kamera in seiner Privatsphäre gestört. Die ferngesteuerten Flieger sind ein beliebtes Spielzeug, im Versandhandel sind ähnliche Modelle schon ab 60 Euro zu haben.

Bundesministerium informiert

Beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt es inzwischen eine 24-seitige "Kurzinformation über die Nutzung von unbemannten Luftfahrsystemen", die im Gegensatz zu Freizeitspaß-Flugmodellen gewerblich genutzt werden, zum Beispiel für Bildaufnahmen mit dem Ziel des Verkaufs. In welche Kategorie Flüge zum Zweck des Ausspionierens fallen, ist dort nicht beschrieben.

Fest steht, dass es für UAS (unmanned aircraft systems) feste Regeln gibt. Ihr Einsatz erfordert zum Beispiel eine Erlaubnis der Luftfahrtbehörden. Weiterheißt es unter anderem: "Mit Hilfe des unbemannten Luftfahrtsystems darf nicht in den Bereich der privaten Lebensgestaltung Dritter eingedrungenwerden." Zuständig für die Erteilung der Erlaubnis sind die Luftfahrtbehörden der Länder. Der Betrieb darf nur in Sichtweite des Steuerers und maximal in 100 Metern Höhe erfolgen.