Toter in der Lippe: Polizei geht von Badeunfall aus

Nachdem am Samstagabend ein toter Mann aus der Lippe in Lünen geborgen wurde, laufen die Ermittlungen der Polizei weiter. Derzeit wird von einem Badeunfall ausgegangen. Der Lippeverband hat den Vorfall als Anlass genommen, Schwimmer zu warnen: Die Lippe sei kein Badegewässer.

Lünen.. Rund vier Stunden lang hatte ein Großaufgebot von Dortmunder und Lüner Feuerwehrleuten und Polizisten am Samstagabend nach dem 32-Jährigen gesucht - vom Land aus, vom Wasser aus und aus der Luft. Letztlich wurde die Leiche des Mannes dann in 2,5 Metern Tiefe von Tauchern gefunden.

Die Ermittlungen der Polizei liefen am Montag weiter. Im Laufe des Tages sollte die Entscheidung gefällt werden, ob der Leichnam obduziert werden soll. Laut aktuellen Erkenntnissen geht die Polizei von einem Badeunfall aus.


Update 19.31 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat eine Obduktion des Leichnams beantragt. Das teilte die Dortmunder Polizei am Montagabend mit.


Der Vorfall von Samstag ist nicht der erste dieser Art: Vor einigen Jahren stürzte ganz in der Nähe dieser Stelle des Flusslaufs - auf Höhe der Zwolle-Allee - ein Angler zu später Stunde ins Wasser. Auch er ertrank, wie Michael Steinbach, Pressesprecher des Lippeverbandes, sich erinnert.

Zwei Gründe sprechen gegen Bad in der Lippe

Aus aktuellem Anlass unterstreicht der Verbandssprecher, dass die Lippe kein Badegewässer sei. Auch wenn, gerade hinsichtlich der Sommertemperaturen die Verlockung groß sein könnte, ein erfrischendes Bad in der Lippe zu nehmen, sei das Gewässer nicht zu unterschätzen. Dabei nennt er zwei Gründe:

  • Erstens ist der Fluss unberechenbar. "Verschiedene Temperaturzonen, Untiefen und Strömungen - es kommen hier mehrere schwer kalkulierbare Risiken zusammen", mahnt Steinbach.
  • Zudem bestehe auch ein Infektionsrisiko. "Wie jeder natürliche Flusslauf ist auch die Lippe schwankenden bakteriellen Belastungen ausgesetzt", erklärt Steinbach. Und so könne auf ein Bad in der Lippe durchaus eine schwere Infektionserkrankung folgen.

Für Wassersportfreunden, die ihre Bahnen statt in gechlortem Wasser lieber in naturbelassener Atmosphäre ziehen möchten, hat Michael Steinbach einen Tipp: das Bergkamener Naturfreibad Heil. "Hier handelt es sich schließlich um einen Teil der Lippe, der gefahrenlos zum Schwimmen genutzt werden kann", sagt er.

Hintergrund: Die Lippe
Die Lippe ist ein 220 km langer rechter Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen mit einem Einzugsgebiet von 4.888,7 Quadrat-Kilometern.
Für die Gewässerunterhaltung sind der Wasserverband Obere Lippe in Büren, die Bezirksregierung Arnsberg (Umweltverwaltung, Standort Lippstadt) und der Lippeverband in Essen zuständig.
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