Telekom baut Glasfaser-Netz in Lünen aus

Einen hohen einstelligen Millionenbetrag investiert die Deutsche Telekom in diesem Jahr für den Ausbau des Breitbandnetzes in Teilen von Lünen. Download-Raten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde sollen dann möglich sein. Davon werden jedoch nicht alle Lüner profitieren können. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Lünen.. Was genau baut die Telekom jetzt aus?
"Wir bauen dort das VDSL-Netz aus", erklärt Telekom-Sprecher Andr Hofmann, dafür würden rund 125 sogenannte Multifunktionsgehäuse gebaut oder aufgerüstet. Das sind die grauen Kästen, die man oft am Straßenrand sieht. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Was genau verbessert sich dadurch?
Die Geschwindigkeit für Down- und Uploads im Internet. Die angegebene Maximalgeschwindigkeit von 100 MBit/s ergibt umgerechnet einen Wert von 12,5 Megabyte pro Sekunde - das sind etwa drei durchschnittlich große Musiktitel. Natürlich sollen dadurch auch Video-Streams schneller und flüssiger laufen. Allerdings ist für die volle Ausschöpfung der Kapazitäten ein moderner Router nötig, der über sogenannte Vectoring-Technologie verfügt.

Mit alten Router-Modellen können nur 50 Mbit/s erreicht werden. Aktuell, also vor dem Ausbau, sind lediglich Geschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s zu erreichen.


Wird es durch die Arbeiten Behinderungen geben?
Für die Verlegung der Glasfaserkabel müsste der Boden nur "punktuell" aufgerissen werden, sagt Hofmann, sodass nicht mit größeren Verkehrsbehinderungen zu rechnen sei. Wenn doch, werde die Telekom frühzeitig benachrichtigen.


Wie viele Haushalte sind betroffen?
Nach der Aufrüstung will die Telekom rund 19.000 Haushalte mit dem VDSL-Netz versorgen. Nicht überall wird man jedoch gleich schnell surfen können. "Das hängt von der Entfernung zum nächsten Multifunktionsgehäuse ab", erklärt Hofmann. Generell gelte: Im Umkreis von 500 Metern könne die Maximal-Geschwindigkeit erreicht werden.


Gilt das für alle Stadtteile?
Nein. Von dem Ausbau werden nach Telekom-Angaben nur alle Lüner mit der Telefon-Vorwahl 02306 profitieren, sagt Hofmann. Heißt: Haushalte in Brambauer, die über die Dortmunder Vorwahl 0231 zu erreichen sind, sind von den jetzigen Modernisierungen ausgeschlossen. Das Ortsnetz Dortmund ist nach Telekom-Angaben auch schon mit den schnellen VDSL-Leitungen versorgt. Weil Brambauer allerdings so weit am Rande des Netzes liegt, werden hier nicht so hohe Geschwindigkeiten erreicht.


Profitieren auch Menschen davon, die keinen Vertrag mit der Telekom haben?
Ja, sagt Jutta Gülzow, Leiterin der Verbraucherzentrale in Lünen. Denn die anderen Anbieter nutzen teilweise die Telekom-Netze, oder müssten zumindest für die sogenannte "Letzte Meile" wieder auf Telekom-Leitungen zurückgreifen. Damit ist der letzte Abschnitt der Leitung gemeint, der letztlich im jeweiligen Haushalt endet.

Alternativen zur Telekom:
Heli-Net: Mit dem Projekt City 2020 verlegte das Unternehmen schon 2008 Glasfaserleitungen in Nordlünen im Bereich Brusenkamp. 1500 Haushalte werden damit versorgt, 60 Prozent der Haushalte dort.
Unitymedia:Über die Kabel könnten in Lünen rund 38.000 Haushalte erreicht werden. Wieviele es sind, sagt das Unternehmen nicht. Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s sind damit möglich.