Tabuthema Tod - Schwerter Psychologin klärt auf

Mit dem Tod wird zwangsläufig jeder konfrontiert. Der Tod und alles, was damit in Verbindung steht, ist allerdings weiterhin ein Tabuthema. Die Schwerter Psychologin Barbara Freitag erzählt, welche Auswirkungen der Tod von Nahestehenden auf das Leben von Angehörigen hat und welche Wege der Trauerbewältigung es gibt.

Schwerte.. Als Psychologin beschäftigt sich Barbara Freitag häufig mit dem Thema Tod. "Gerade für die Trauerarbeit braucht es ganz besonderes Handwerkszeug", erklärt sie und deutet damit auf die Sensibilität des Themas hin. Obwohl das Sterben täglich in den Medien thematisiert wird, ist der Tod immer noch ein Tabuthema.


Sich selbst mit Tod und Trauer zu beschäftigen, findet sie daher wichtig. Deshalb wünsche sie sich, "dass Trauerbegleitung von den Krankenkassen finanziert wird." Denn oftmals bringe Trauer enorme Folgen mit sich: So hätten Verwitwete ein erhöhtes Krankheitsrisiko und kämpften häufiger mit überhöhtem Nikotin- und Alkoholkonsum.


Phasen der Trauer


Nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen durchlebten Angehörige verschiedene Phasen der Trauer. Zunächst sei es Aufgabe, den Verlust als Realität zu akzeptieren. Dann werde man mit dem Schmerz des Verlustes konfrontiert. Schließlich müsse man sich an eine veränderte Umwelt anpassen und sich allmählich emotional vom Verstorbenen ablösen.


Jeder Mensch geht anders mit dem Thema Tod und Trauer um. Gerade zwischen jungen und älteren Menschen gebe es häufig enorme Unterschiede bei der Trauerverarbeitung. "Ich bin immer wieder überrascht, welch kreative Möglichkeiten Kinder und Jugendliche entwickeln", sagt Barbara Freitag. Während Friedhöfe für junge Leute oftmals etwas Beklemmendes und Fremdes hätten, seien sie für andere der richtige Ort der Trauer und vielmehr sogar eine Kraftquelle.


Internationaler Vergleich


Auch im internationalen Vergleich sieht Barbara Freitag unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema Friedhof und Lebensweg. In Taiwan wohnte sie für einige Zeit in unmittelbarer Nähe eines Friedhofs - günstige Miete inklusive. Ein Friedhof in der Nachbarschaft: Kein sonderlich beliebter Ort zum Wohnen für viele Leute in Taiwan und das obwohl die Gräber schön geschwungen und mit Bildern versehen seien, erklärt Barbara Freitag.


Und auch in den USA, wo sich offene Gräberfelder über weite Flächen erstrecken, gebe es deutliche Unterschiede zu den deutschen Friedhöfen. Welches Verhältnis die Trauernden zu Friedhöfen haben, müsse jeder für sich selbst herausfinden.