Stadt unterstützt Jugendheim mit 10.000 Euro

Mit 10 000 Euro zusätzlich unterstützt die Stadt kurzfristig das Jugendheim in Westhofen. Wir erklären, warum das notwendig ist und warum der Betrag nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Schwerte.. Das Jugendheim in Westhofen wird von einem Verein betrieben. Und der steckt tief in den roten Zahlen. Einmalig will die Stadt jetzt den Verein mit zusätzlich 10.000 Euro unterstützen. Das beschloss der Jugendhilfeausschuss am Mittwochabend. Doch das bleibt eine Geste. Der Betrag reicht aus, um das Defizit aus dem vergangenen Jahr zu decken. Strukturell ändert die Nothilfe nichts.

"Fauler Kompromiss"

Die Zuschüsse an die freien Träger, die für die Stadt Jugendarbeit übernehmen, haben sich seit über zehn Jahren nicht erhöht. "Und das trotz Tarifsteigerungen", erläutert Ulrich Groth, der die Diakonie im Ausschuss vertritt. Da wurden zuerst Fachkraftstunden reduziert und zuletzt die Sozialarbeiter auch noch zum Putzen verpflichtet. Dieses Problem betreffe nicht nur das Jugendzentrum Westhofen, sondern die offene Jugendarbeit aller Träger. "Es ist ein fauler Kompromiss, städtische Aufgaben auf freie Träger zu übertragen und dann deren Zuwendungen einzufrieren", so Groth.

70.537 Euro erhält der Verein seit 2002 für sein tägliches Angebot an offener Jugendarbeit von der Stadt. Eine Aussicht auf langfristige Besserung hat auch Sozialdezernent Hans-Georg Winkler nicht im Angebot: "Als Haushaltssicherungsgemeinde stehen bei uns die finanziellen Ansätze für offene Jugendarbeit fest." Wenn die Politiker mehr Geld investieren wollten, müssten sie entweder zwischen den Angeboten und Trägern die Summen verschieben oder Deckungsvorschläge im Haushalt machen.

Kritik von SPD-Sprecherin

Das ist Aufgabe des Kinder- und Jugendförderplans, der derzeit erarbeitet wird. Allerdings soll der neue Plan, der auch die Finanzierung neu regelt, erst im September in den Ausschuss eingebracht werden. "Das ist gleichzeitig mit dem Haushaltsentwurf und meiner Ansicht nach zu spät", monierte SPD-Sprecherin Ursula Meise im Jugendhilfeausschuss.