Stadt: Lüner Weihnachtsmarkt wird gut besucht

Für manchen Lüner ist der Weihnachtsmarkt "zu klein", "langweilig" oder gar "erbärmlich". Diese Kritik ist bei Vertretern von Stadt und Kulturbüro angekommen sie haben jedoch eine andere Sicht auf die Dinge. Ich finde, wir haben einen tollen Markt auf die Beine gestellt, sagt der Erste Beigeordnete Horst Müller-Baß.

Lünen.. Für Donnerstagnachmittag hatte die Stadt zu einem Pressegespräch auf den Weihnachtsmarkt eingeladen. Um eine kleine Bilanz zu ziehen. "Es gibt ja eine Menge an Kritik am Weihnachtsmarkt", sagte Müller-Baß: "Da ist die Frage, wie man damit umgeht."


Die Vertreter von Stadt und Kulturbüro hoben zunächst einmal das aus ihrer Sicht Positive hervor. "Im Großen und Ganzen wurde der Markt gut besucht", sagte Kim Adrian vom Kulturbüro, der mit Mario Kazmierczak den Markt organisiert. Drei, vier verregnete Tage nahm er aus. Die vom City Ring Lünen organisierte Ankunft des Nikolauses auf der Lippe sei sogar so gut besucht worden wie nie zuvor, sagte Tanja Rambasky für den City Ring. Rambasky reagierte auch auf die Kritik, der Lüner Weihnachtsmarkt sei zu wenig weihnachtlich: "Die Händler bemühen sich sehr, ihre Buden weihnachtlich zu gestalten", findet sie.

Flucht vor den großen Weihnachtsmärkten


Überhaupt, so Rambasky, biete der Lüner Markt viele Vorteile gegenüber großen Märkten: In Lünen gehe es ruhig und entspannt zu, man könne zwischen Weihnachtsmarkt und Einzelhandel wählen und komme sogar mit dem Kinderwagen durch. Auch sie und ihre Einzelhändler-Kollegen seien zufrieden, sagt Rambasky: Weil der Weihnachtsmarkt Kunden von außerhalb anzieht. "Da kommen Leute aus Kamen, Dortmund, Herne - die flüchten vor den großen Weihnachtsmärkten zu uns."


Während sie leidenschaftlich Partei für die Buden in der "Sternengasse" ergreift, sind viele Lüner vom Weihnachtsmarkt enttäuscht. Unsere Redaktion hatte zuletzt zahlreiche kritische Rückmeldungen erhalten, ob im Gespräch auf der Straße oder auf der Facebook-Seite der Lüner Redaktion. Dort bezeichnen Nutzer den Weihnachtsmarkt als "viel zu klein" und "langweilig"; wegen fehlender Weihnachtsmusik "kommt einfach keine Stimmung auf". Ein Nutzer schrieb, die "wenigen Leute", die er dort da, "sahen aus, als gingen sie auf eine Beerdigung".

"Wegen Bratwurst und Glühwein"


In einer Abstimmung, an der bis Donnerstagnachmittag 270 Nutzer teilnahmen, stimmten 36 Prozent von ihnen für die Aussage: "Die meisten Buden sind Essens- oder Getränkebuden - so reizt mich der Markt nicht". Weitere 34 Prozent waren der Meinung, man sollte den Weihnachtsmarkt in seiner jetzigen Form "besser sein lassen". Nur 18 Prozent klickten "Klein aber fein - mir gefällt der Weihnachtsmarkt so, wie er ist" an. "Klein aber fein" sei der Markt mit seinen mehr als 40 Ständen allerdings gar nicht, merkte Uwe Wortmann, Leiter des Kulturbüros an.


Die Beschwerde, dass es zu viele Essens- oder Getränkebuden gebe, kann Einzelhändlerin Rambasky nicht nachvollziehen. Weshalb gingen die Leute denn auf den Weihnachtsmarkt? "Wegen Bratwurst und Glühwein", sagt sie.


Der Kritikpunkt, die Weihnachtmarkt-Händler spielten zu wenig weihnachtliche Musik, konterten die Vertreter von Stadt und Kulturbüro mit Gegenbeispielen. Vollständig entkräften konnten sie diese Kritik nicht. "Wir machen keine Vorgaben, Musik zu spielen", sagt Wortmann. Dafür würden schließlich Gema-Gebühren fällig, die die Händler tragen müssten.

So war die Nikolaus-Ankunft auf der Lippe:


Eindrücke vom Lüner Weihnachtsmarkt: