Stadt Lünen: Wollten nie ein Schwimmbad bauen

Die Stadt Lünen wollte nie ein neues Schwimmbad am Kanal bauen. Das hat Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick am Mittwochnachmittag verdeutlicht. Damit nimmt er Stellung zum schwelenden Streit mit dem Schwimmverein Lünen 08 um den geplanten Bau der ''Wasserfreizeit''.

Lünen.. Auf einer Pressekonferenz erklärte Stodollick, die Stadt habe bei den Planungen die Reißleine ziehen müssen, um nicht ein Schwimmbad bauen und betreiben zu müssen. Den Vertragspartnern, der Stadt Lünen und dem Schwimmverein SVL, sei es nicht gelungen, ein Vertragswerk so auszuarbeiten, dass für die Stadt kein Betriebs- und Haftungsrisiko für das SVL-Bad mehr bestanden hätte.

Explizite Schuldzuweisungen wollte Stodollick in diesem Zusammenhang keine machen. Gleichwohl stellte er klar, dass es einen Unterschied mache, ein Schwimmbad privat zu betreiben, oder aber ein öffentlich-privates Schwimmbad, für das im Rahmen des Wasserfreizeit-Projekts Fördergelder fließen. "Letzteres können sie nicht einfach zu machen, wenn zum Beispiel ehrenamtliche Mitarbeiter fehlen." Der SVL sei hier Antworten schuldig geblieben.

SV Lünen will nicht zweitrangiger Partner sein

Laut einem Beschlussvorschlag der Verwaltung (P2+) soll der SVL das Schwimmbad alleine bauen. Darüber habe die Verwaltung den Schwimmverein im Februar dieses Jahres informiert. Darauf habe der SVL "verärgert reagiert", sagte Stodollick weiter.

Die Verärgerung geht beim SVL soweit, dass der nach einer Pressekonferenz am Freitag die Verwaltung am Montag dieser Woche per E-Mail wissen ließ, dass der Verein nicht als zweitrangiger Projektpartner zur Verfügung steht. Im Gespräch mit unserer Redaktion hatte SVL-Vorsitzender Franz-Josef Richter jüngst deutlich gemacht, dass die abgespeckten Planungen zur Wasserfreizeit ohne den Schwimmverein nicht zu machen sein.

Der Grund: Das Grundstück, auf dem die Wasserfreizeit gebaut werden soll, ist für die Stadt durch einen bis 2020 laufenden Pachtvertrag zwischen dem SVL und dem Grundstückbesitzer Carl Schulz-Gahmen für die Stadt blockiert.

Stadt hofft, dass der SVL den Pachtvertrag auflöst

Laut Stodollick ist die Politik in den vergangenen Monaten - auch wegen der schwierigen Vertrags-Verhandlungen mit dem SVL - immer mehr auf Distanz zu dem Freizeitprojekt gegangen. Der Verwaltungschef wollte keine Prognose wagen, ob der Sport- und der Stadtentwicklungsausschuss, dem abgespeckten Projekt noch zustimmen werden.

Der Sportausschuss wollte darüber Mittwochabend entscheiden, der Stadtentwicklungsausschuss am 21. April. Selbst für den Fall, dass sich beide Ausschüsse gegen das Projekt aussprechen, will sich Verwaltungschef Stodollick dafür in der Ratssitzung am 23. April dieses Jahr stark machen - und die Mehrheit der Fraktionen dafür gewinnen.

Was das benötigte Grundstück für den Bau der Wasserfreizeit angeht, geht die Verwaltung hinter vorgehaltener Hand davon aus, dass der SVL den Pachtvertrag mit Schulz-Gahmen löst. Schließlich seien (Sport-)Vereine vielfach auf Zuwendungen von der Stadt angewiesen, heißt es in Verwaltungskreisen.

So sah der ursprüngliche Plan aus Und so sieht "P2+" aus