Stadt Lünen verlängert Schweizer-Franken-Kredit

Zwei Kredite hat die Stadt Lünen in Schweizer Franken aufgenommen, um Zinsen zu sparen. Einer dieser sogenannten Fremdwährungskredite in Höhe von 25,6 Millionen wäre am 15. Juli ausgelaufen. Nun konnte eine Laufzeitverlängerung verhandelt werden. Der Stadt bringt der neue Vertrag vor allem eines: Zeit.

Lünen.. Bereits Anfang Februar wurde der erste, deutlich höhere Fremdwährungskredit in Höhe von 39,3 Millionen Schweizer Franken in der Laufzeit verlängert. Doch erst jetzt kann die Stadt Lünen - zumindest kurz - durchatmen, denn nach "intensiven Verhandlungen", wie es in der Pressemitteilung heißt, ist nun auch die Frist des zweiten Kredits nach hinten verlagert worden.

Der neue Vertrag bringt auch verbesserte Zins-Konditionen für die Stadt Lünen mit sich. In Zahlen ausgedrückt: Über 100.000 Euro weniger Zinsen fallen jährlich an. Hätten die kreditgebenden Banken auf eine Ablösung des Kredits beharrt, so hätte die Stadt am 15. Juli rund 4 Millionen Euro auszahlen müssen - bei der aktuellen Haushaltslage ein Tiefschlag.

Stadtkämmerer Uwe Quitter wird folgendermaßen zitiert: "Ich bin froh über das Verhandlungsergebnis. Eine Ablösung des Kredites wäre in der jetzigen angespannten Haushaltslage zur Unzeit gekommen. Wir können aber nur kurz durchatmen, denn die allgemeine Haushaltslage ist durch die wegbrechenden Gewerbesteuern bekanntermaßen besorgniserregend. Wir werden hierzu gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden Lösungen für die weitere Vorgehensweise erarbeiten, um zumindest perspektivisch wieder auf die Beine zu kommen."

Hintergrund: "Die Stadt Lünen hatte im März 2008 und im Mai 2011 nach Beratung durch landeseigene Institute zwei Kassenkredite in Schweizer Franken aufgenommen. Der betreffende Kassenkredit war im Mai 2011 zum Wechselkurs von 1 EUR zu 1,282 CHF aufgenommen worden. Ziel war es damals, eine Zinsersparnis zum Euro-Kredit von rund 1 Prozent pro Jahr zu erwirtschaften.
Durch die Entscheidung der Schweizer Nationalbank am Jahresanfang, den Mindestkurs des Franken freizugeben, waren zahlreiche Kommunen mit Fremdwährungskrediten von einer finanziellen Krise bedroht.
Der Haupt- und Finanzausschuss hatte daraufhin in seiner Sitzung am 12. Februar 2015 beschlossen, zukünftig keine neuen Fremdwährungskredite mehr aufzunehmen."