So erfolgreich ist das Foodsharing-Projekt

Carsten Rieck will in Schwerte das sogenannte Foodsharing etablieren. Für das Projekt sammelt er mit Tobias Gunia bei Supermärkten und auf dem Markt Lebensmittel ein und verteilt sie an bedürftige Menschen. Im Videointerview erzählt Rieck, warum er das macht - und zieht eine erste Bilanz des vor zwei Monaten gestarteten Projekts.

Schwerte.. Die letzten Besucher machen sich auf den Weg nach Hause, die Verkäufer bauen ihre Stände ab und packen ihre Produkte ein. Doch viele dürfen beim nächsten Markt schon nicht mehr verkauft werden - obwohl sie noch gut sind. Damit die Lebensmittel nicht entsorgt werden, sondern an Menschen verteilt werden, die sie benötigen, treibt Carsten Rieck das Foodsharing in Schwerte voran.

Zufrieden mit der Ausbeute

Vor zwei Monaten begann Carsten Rieck mit der Aktion, die er in Dortmund kennengelernt hat. Doch seitdem hat sich einiges getan: Rieck erhält Unterstützung von Tobias Gunia, mit dem er bereits vor der eigentlichen Umsetzung Ideen für das Foodsharing entwickelte. "Ich war sofort angetan von der Idee. Carsten Rieck hat den Startschuss gegeben und gehandelt und ich finde die Idee toll", sagte Tobias Gunia.

Am Mittwoch waren beide gemeinsam auf dem Schwerter Markt unterwegs - und durchaus zufrieden mit ihrer Ausbeute. "Das Auto ist randvoll mit Lebensmitteln. Das ist nicht immer so. Aber spätestens morgen dürfte alles wieder weg sein", so Rieck.

Viele Unterstützer

Zweimal in der Woche besuchen sie den Markt, um Gemüse und Obst mitzunehmen. Darüber hinaus konnten die beiden Schwerter Kontakte zu den örtlichen Supermärkten knüpfen. Vier von ihnen unterstützen das Projekt - darunter auch der Rewe an der Beckestraße.

Und davon profitieren letztlich Schwerter Bürger, wie eine Dame, die seit einer Operation am Rücken vor vier Monaten im Rollstuhl sitzt: "Das ist eine große Erleichterung, weil ich auch alles an die Haustür geliefert bekomme. Ich könnte das sonst überhaupt nicht tragen."

Alle anderen Interessenten holen sich Lebensmittel aus dem neuen Lager ab. Das befindet sich seit Kurzem in der Garage von Tobias Guinias Eltern: "Seitdem weiß auch mein Vater, dass wir nicht im Müll wühlen, sondern etwas Vernünftiges nach Hause bringen."

Alle wichtigen Infos
Das Lager soll nur vorübergehend am aktuellen Standort bleiben.
Gesucht wird deshalb ein zentrales Lager.
Wer Interesse hat, Lebensmittel abzuholen, kann sich telefonisch melden.
Bei Carsten Rieck unter Tel. (0176) 41 55 91 74.
Und bei Tobias Gunia unter Tel. (0172) 58 63 73.
Bislang haben sie - nach eigenen Angaben - etwa 800 Kilogramm Lebensmittel gesammelt.