Sekundarschule gescheitert - Nur 37 Anmeldungen

Grandios gescheitert: Auch im zweiten Anlauf ist der Versuch missglückt, in Brambauer eine Sekundarschule einzurichten. Statt der erforderlichen 75 Anmeldungen gab es nur 37 für die neue Schulform. Das teilte die Stadt Lünen am Freitag mit. Ist das Projekt damit endgültig vom Tisch?

Lünen.. Bereits zum Schuljahr 2013/14 war die Einrichtung einer Sekundarschule an zu wenigen Anmeldungen gescheitert. Nach einem Jahr Pause hatte die Stadt nun den zweiten Versuch gestartet.Viele Informationsveranstaltungen waren voraus gegangen. Doch offenbar hat die Sekundarschule in Brambauer keine Freunde.

Müller-Baß: "Klares Votum der Eltern"

Von 173 Viertklässlern aus dem Stadtteil wurden bis zum Anmeldeschluss am Donnerstag um 16 Uhr nur 36 angemeldet. Außerdem wurde noch ein Kind aus Dortmund angemeldet. Für den Start der Sekundarschule hätten aber 75 Anmeldungen vorliegen müssen.

Die Enttäuschung bei der Stadt Lünen war groß:"Das ist ein klares Votum der Eltern, die unser Angebot nicht angenommen haben", so Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß. Nun müsse man jährlich sehen, wie sich die Schülerzahlen und die Anmeldungen in Brambauer entwickeln.


Die Profilschule und die Realschule Brambauer nehmen Anmeldungen von künftigen Fünftklässlern an. Die Realschule vom 16. bis zum 27. Februar, die Profilschule vom 17. bis zum 27. Februar. An der Profilschule werden mindestens 18 Anmeldungen für einen fünften Jahrgang benötigt. An der Realschule müssen mindestens 56 Kinder angemeldet werden, damit Eingangsklassen gebildet werden können.

Bezirksregierung: Keine Ausnahme für Realschule mehr

In diesem Schuljahr hatte die Realschule 80 Anmeldungen, davon allerdings 35 aus Dortmund. "Zweimal gab es eine Ausnahmegenehmigung aus Arnsberg, weil keine 56 Anmeldungen zustande kamen", so Jürgen Grundmann, Leiter der Schulverwaltung. Eine solche Ausnahmegenehmigung werde nicht mehr erteilt, habe Arnsberg bereits signalisiert.

Die Eltern, die ihre Kinder für die Sekundarschule angemeldet haben, bekommen nächste Woche Post von der Stadt, in der sie auch den Anmeldeschein ihrer Kinder finden. Damit können sie ihr Kind dann an anderen Schulen anmelden. Man hatte bewusst die Anmeldung für die Sekundarschule vorgezogen, damit die Eltern bei einem Scheitern keine Nachteile haben und die ganz normalen Anmeldezeiten der anderen Schulen nutzen können.

Stimmen zum Scheitern der Sekundarschule:

  • Michael Schulte, Leiter der Profilschule: "Wir haben im Vorfeld viel Arbeit darein gesteckt und hätten die neue Schule gerne mit Ideen und Leben gefüllt." Er vermutet, dass die Angst vor einem neuen System ein Grund für die ablehnende Haltung sei.
  • Michael Schulten, Leiter der Realschule Brambauer, erklärte, man akzeptiere die Entscheidung der Elternschaft. Man empfinde die Verpflichtung, "unsere Schule weiterzuentwickeln, um unseren Kindern in Brambauer einen bestmöglichen Schulabschluss mit auf den Lebensweg zu geben". Voller Vorfreude erwarte man die neuen Schüler.

Mit dem zweiten gescheiterten Versuch ist das Projekt Sekundarschule damit vermutlich endgültig vom Tisch. Die Schulverwaltung hatte bereits im Vorfeld verkündet, der zweite Versuch müsse "sitzen".