Schwerter bikte für "Millionenspiel" vor der Kamera

Stephan Mielke interessiert sich für PS-starke Motoren, zwei Räder und hohe Geschwindigkeiten. Der 44 Jahre alte Wandhofener ist passionierter Motocross-Fahrer. Er düst bisweilen stundenlang mit seinem hochtechnisierten Zweirad über unebenes Gelände. Jetzt hat er dies erstmals für eine Filmproduktion getan.

Wandhofen.. Vor einiger Zeit bekam er einen Anruf vom Schauspielhaus Dortmund. "Die haben für einen Dreh ein paar Motorradfahrer gebraucht, dann gegoogelt und sind dabei auf uns gestoßen", erzählt Stephan Mielke von der ungewöhnlichen Anfrage.

Im August soll es ein vom Dortmunder Theater initiiertes Remake des Filmklassikers "Das Millionenspiel" geben. In der Praxis soll dabei eine moderne Kombination aus Schauspiel und eingespieltem Filmmaterial entstehen. Die Dreharbeiten dazu laufen derweil auf Hochdruck, verteilt im ganzen Ruhrgebiet.

Simulierte Verfolgungsjagd mit absichtlichen Stürzen

Drehort für Mielke und seine drei Kollegen vom Motorsportclub Werl war das stillgelegte Hochofenwerk Phönix West in Hörde. In der Schalthalle sollten die vier Fahrer eine Verfolgungsjagd simulieren - bei der sie am Ende im Film alle umkommen sollten. "Das war sehr spektakulär. Wir sollten während des Fahrens extra stürzen. Das hat schon Überwindung gekostet, kam aber gut an", erzählt Schauspiel-Debütant Mielke über die Dreharbeiten.

Zwölfmal filmte das Team die Sequenz, die in ihrer Endfassung vermutlich nur ein paar Sekunden dauern wird. Für die Dreharbeiten aber mussten die Motorradfahrer fast acht Stunden investieren. Der Kameramann war mit Voxi Bärenklau übrigens ein prominenter.

Kameramann filmte bereits die Filme von Helge Schneider

Bärenklau ist ein Freund des Komikers Helge Schneider und war bei dessen Filmen für die Kameraführung verantwortlich. Regie führt Kay Voges, Intendant des Dortmunder Schauspiels. "Die beiden sind klasse und haben uns super aufgenommen", lobt Mielke.

Weil seine Freundin die Dreharbeiten filmte, konnte sich Mielke seinen Filmtod bereits anschauen, fiebert aber schon jetzt dem Endprodukt der Profis entgegen. Das Theater hat ihm und seinen Mitfahrern Karten für die Premiere zugesichert. Bis dahin vergeht zwar noch etwas Zeit, weniger jedoch Mielkes Vorfreude: "Das wird ‘ne abgefahrene Sache."