Schwerte soll eine neue Gesamtschule bekommen

Am Ende war es sogar einstimmig. Der Schulausschuss des Rates der Stadt Schwerte hat am Dienstagabend die Gründung einer neuen Gesamtschule beschlossen. Allerdings gibt es einige Vorbedingungen. Denn auch wenn man gestern nach hitziger Debatte zu einem einmütigen Beschluss kam, bleibt das Verfahren kompliziert.

Schwerte.. Schwerte soll eine zweite Gesamtschule bekommen. Das ist der Beschluss des Schulausschusses des Rates vom Dienstagabend. Doch vorher müssen folgende aufeinander aufbauende Bedingungen eintreten:

  • 208 der rund 350 aktuellen Schüler der dritten Klasse müssen bei einer Abfrage als ersten Schulwunsch die Gesamtschule angeben.
  • Ist das der Fall wird die Realschule am Bohlgarten ab dem Schuljahr 2016/17 schrittweise geschlossen.
  • Die zweite Gesamtschule kommt aber nur, wenn sich dort auch 100 Schwerter Schüler anmelden.

Melden sich weniger, weil zum Beispiel zu viele Eltern die alte Gesamtschule bevorzugen, gibt es keine Genehmigung von der Bezirksregierung in Arnsberg. In diesem Fall würde man eine Zweigstelle der bestehenden Gesamtschule am Bohlgarten eröffnen.

CDU: "Für uns zählt der Elternwille"

Angelika Schröder (SPD) glaubt aber an die erste Variante: "Wir sind überzeugt davon, dass die neue Gesamtschule kommt."

Etwas überraschend stimmte auch die CDU den meisten Punkten des gemeinsamen Antrags von SPD, Grünen, Linken und WfS zu. CDU-Sprecher Hans-Georg Rehage betonte allerdings nach der Sitzung: "Wir haben immer gesagt, dass für uns der Elternwille zählt."

Gymnasien dürfen nur fünf Eingangsklassen bilden

Strittig blieb lediglich der fünfte Punkt des Ratsbeschlusses. In dem wird festgelegt, dass die beiden Schwerter Gymnasien im Gründungsjahr der neuen Schule nur fünf Eingangsklassen mit Schwerter Schülern bilden dürfen. Da habe der Elternwille nicht oberste Priorität, so Jörg Schindel von der CDU.

Die Vorgabe, welche Schule wie viele Eingangsklassen bildet, verlange die Bezirksregierung aber für einen Gründungsantrag, so Angelika Schröder. Und letztlich könnten die Gymnasien mit auswärtigen Schülern und einer Sondergenehmigung auch mehr Eingangsklassen bilden.

Rat muss Beschluss noch absegnen

Der Schulausschuss beschloss auch, Container für eine zusätzliche Eingangsklasse an der Gesamtschule anzuschaffen. Damit soll eine Lösung für die 14 Schüler geschaffen werden, die von der Realschule nicht aufgenommen wurden. Ein Vorschlag der Verwaltung, die neue Klasse in vorhandenen Sonderräumen der Schule unterzubringen, wurde gegen die Stimmen der CDU abgelehnt. Am Mittwochabend muss der Rat noch den Schulbeschluss absegnen.

Dass Schulpolitik kein einfaches Thema ist, konnte man auch auf der Zuschauertribüne über dem Ratssaal sehen. Da gab es Vertreter, die sich mit Plakaten für den Erhalt der Realschule einsetzten. Applaus für ein Statement zugunsten der Gymnasien. Und viele Befürworter der zweiten Gesamtschule.