Ruhrtal-Radweg weicht Wasserwerk in Westhofen

Ein 35 Meter hoher Turm in den Ruhrauen? Das wollten die Wasserwerke Westfalen dem Landschaftsbild nicht zumuten. Stattdessen kommt in Westhofen eine turnhallengroße, aber nur 15 Meter hohe Trinkwasser-Aufbereitungsanlage. Nachbarn befürchten nun Belästigung durch die Umlegung des Ruhrtal-Radweges.

Westhofen.. Weichen muss der Baustelle für die neue Trinkwasser-Aufbereitungsanlage ein Teilstück des Ruhrtal-Radwegs, das von der Ecke Wasserstraße/Bruchstraße geradewegs zum Flussufer hinunterführt. Nachbarn befürchten, dass als Alternative eine Streckenführung über die enge, zugeparkte Bruchstraße gewählt werden könnte.

Deren feldwegartige Verlängerung führt wieder nah an den Ruhrtal-Radweg zurückführt. Lediglich eine kleine Schneise durchs Gebüsch fehlt. "Die suchen eine billige Alternative", ist Anwohner Hans-Joachim Göbel sicher. Dabei werde ein Fahrradweg durch die Bruchstraße ein "Unfallschwerpunkt hoch drei".

"Verlauf noch nicht entschieden"

Laut Wasserwerke-Sprecher Christian Skark ist der künftige Verlauf der Trasse aber noch nicht entschieden: "Da wird noch diskutiert." Die Stadt wünscht sich - so Pressesprecher Carsten Morgenthal - eine dauerhafte Lösung, die möglichst weiterhin an der Ruhr entlangführt.

Noch bleibt ein wenig Zeit, da der Baubeginn für das 20-Millionen-Euro-Projekt erst für Anfang nächsten Jahres geplant ist. "Wir wollen zusätzliche Sicherheit bekommen, damit die hohe Trinkwasserqualität weiterhin erhalten werden kann", begründet Christian Skark die Notwendigkeit. Deshalb werden neben der bereits im Vorjahr in Betrieb genommenen UV-Desinfektionsanlage unter Dach drei weitere Behandlungsstufen eingerichtet.

Landesprogramm "Reine Ruhr"
Hintergrund der Maßnahmen sei laut Christian Skark das Landesprogramm "Reine Ruhr", das 2006/2007 nach dem Auftreten von Chemikalien aufgelegt worden ist. Ähnliche Projekte sind auch an den Wasserwerken in Hengsen, Halingen und Witten vorgesehen, während in Wickede-Echthausen bereits der Rohbau steht. Insgesamt investiert das Unternehmen rund 105 Millionen Euro.