Ruhrflair: Samstags darf's bis 23.30 Uhr gehen

Das Ruhrflair-Open darf in diesem Jahr zumindest am Samstag bis 23.30 Uhr stattfinden. Diesen Kompromissvorschlag segnete der Beschwerdeausschusses am Mittwoch einstimmig ab. Ob das Ruhrflair-Open aber überhaupt stattfindet und der Beschluss dem Veranstalter nützt, steht noch längst nicht fest.

Schwerte.. Darauf, dass das Ruhrflair-Open zumindest am Samstag bis 23.30 Uhr stattfinden darf, einigten sich die Mitglieder des Beschwerdeausschusses mit dem Leiter des Ordnungsamtes Wolfgang Belohlavek. Denn eigentlich sei die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen ein Geschäft seiner Verwaltung, betonte er.

Zustimmung für seinen Antrag bekam Veranstalter Jörg Rost von allen Parteien. Zumal das Festival in der nicht gerade mit vielen Jugendveranstaltungen gesegneten Stadt eine Ausnahme sei. Eine Karte die auch Rost ausspielte.

Auch Genehmigung für Sonntag

Neben der verlängerten Genehmigung für den Samstag bekam er auch eine Genehmigung für den Sonntag bis 16 Uhr. Dann, so Rost, könnte man die Bühne für einen ökumenischen Gottesdienst und die Auftritte von Schwerter Chören nutzen.

Mit dieser Kompromisslinie folgte der Beschwerdeausschuss der Regelung, die auch für Traditionsfeste gilt. Nämlich nur an einem Abend die 22 Uhr Grenze zu überschreiten. Das sei ohnehin ein Risiko und man müsse für das nächste Mal die Reaktionen der Anwohner abwarten, betonte Belohlavek.

Ob der Beschluss nützt, ist längst nicht sicher

Doch ob der Beschluss dem Veranstalter des Festivals, Lichtkünstler Jörg Rost, wirklich nützt, ist noch nicht sicher. Denn er gilt für dieses Jahr. Für das hat Rost längst nicht alle Sponsorenzusagen. Auf Anfrage bestätigte er am Mittwoch nach der Sitzung, dass die großen Sponsoren nur alle zwei Jahre ihre Unterstützung zugesagt hätten.

In diesem Jahr müsste er also mit den Einnahmen vom Kirschblütenfest hinkommen. "Ich werde aber auf jeden Fall ein Festival auf die Beine stellen", kündigte er an. Vermutlich würde das aber kleiner werden als im vergangenen Jahr.

Rost wünschte Ausnahmegenehmigung

Rost hatte einen Bürgerantrag an den Beschwerdeausschuss des Rates gestellt, der am Mittwoch um 17 Uhr im Rathaus zusammen kam. Der Lichtkünstler wünschte sich eine Ausnahmegenehmigung für das dreitägige Rockfestival, sodass die Bands bis 23.30 Uhr spielen können.

Das hatte das Ordnungsamt im vergangenen Jahr abgelehnt. Die Begründung damals: Die nächsten bewohnten Gebäude befänden sich 50 bis 100 Meter vom Festivalgelände entfernt.

Persönlich im Ausschuss

Für eine Verlängerung des Ruhrflair-Open-Air machten sich allerdings sogar die Nachbarn des Festival-Geländes stark. Insgesamt 47 Unterschriften von Anwohnern der Liethstraße und der Südstadt übergab Natascha Baumeister am Dienstag an Bürgermeister Heinrich Böckelühr.

Die Unterschriften der Anwohner für das Ansinnen des Veranstalters holte SPD-Ratsfrau Baumeister am vergangenen Wochenende ein. Und zwar als Anwohnerin. Sie wohnt nämlich selbst in der Liethstraße und klingelte bei ihren Nachbarn. Zumeist sei sie dort auf Verständnis gestoßen, so Baumeister. Lediglich zweimal hätten die Angesprochenen nicht auf ihrer Liste unterschrieben.

"Die Unterschriften der unmittelbaren Nachbarn sind hilfreich, um einen Kompromiss zu finden", erklärte Bürgermeister Heinrich Böckelühr am Dienstag bei der Übergabe der Listen.

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