Problemzone Stadtpark: Änderung nicht in Sicht

Müll, dunkle Ecken, ein hoher Lärmpegel. Immer wieder beschweren sich Anwohner und Passanten über die Zustände im Stadtpark an der Bahnhofsstraße. Vor allem die Abhängigen, die sich dort aufhalten, stören viele. Ändern wird sich aber wohl nichts: Die Stadt betont, ihr seien die Hände gebunden.

Schwerte.. Die Stadt kann weder die Drogen- oder Alkoholabhängigen des Parks verweisen (das möchte sie auch gar nicht) noch kann sie die Stelle für einen Sozialarbeiter bezahlen.

Nicht mehr. Bis Oktober 2014 hatte sich noch der Sozialarbeiter Rüdiger Rychlik um die Belange der Menschen gekümmert. Dann war Schluss. Ein Jahr lang hatte er den Job zu diesem Zeitpunkt schon ehrenamtlich gemacht.Weil die Gelder gestrichen wurden - eine bittere Pille für die Stadt und ihre Sozialarbeiter, die helfen wollen und aber vor allem für die betroffenen Menschen, die diese Hilfe dringend brauchen.Nach dem Wegfall der Stelle kümmert sich keiner mehr um die Bedürftigen und Abhängigen im Park.

Methadonausgabestelle in der Haselackstraße

Viele von ihnen kommen gar nicht aus der Ruhrstadt, denn sie besuchen Schwerte nur wegen der Methadonausgabestelle in der Haselackstraße. Abends fahren sie wieder nach Hause in umliegende Städte.

Es sei ein Klientel, das die Leute nicht gerne um sich hätten, sagt Jutta Pentling von der Stadt Schwerte. Sie setzt sich seit langem mit dem Thema auseinander und betont, dass es sich hauptsächlich nicht um Obdachlose handle, sondern um Menschen, die bedürftig, alkohol- oder drogenabhängig seien. Aber so einfach lässt sich das vermeintliche Problem nicht lösen, zeigt Pentling auf: "Das ist ein Grundsatzproblem. Und egal, wo sie sich aufhalten würden, diese Grundsatzfrage würde immer wieder gestellt werden."

Leere Kassen - keine Möglichkeiten?

Nachdem die Stelle von Sozialarbeiter Rüdiger Rychlik gekürzt wurde, hatte sich Jutta Pentling dafür stark gemacht, dass die Stadt auch weiter einen Ansprechpartner für Obdachlose und Bedürftige stellen kann. Dafür ist sie sogar beim Kreis vorstellig geworden, um Gelder zu organisieren. Ohne Erfolg, die Kassen sind leer. Die Politik kennt also das Problem, ohne Geld sei aber nichts zu machen.

Zu Übergriffen sei es im Stadtpark bisher nicht gekommen, sagt Jutta Pentling. Und auch Rychlik betont, dass er die Menschen, mit denen er gearbeitet hat, als friedlich erlebt habe.

Ob es den Schwertern nun gefalle oder nicht, "die Menschen sind ein Teil unserer Gesellschaft, den man nicht verleugnen kann", fasst Jutta Pentling zusammen - und bedauert, dass derzeit für die Menschen nicht mehr geleistet werden kann.