Oktoberfest in Lünen-Süd steht auf der Kippe

Unruhe in der Interessengemeinschaft Lünen-Süd (IGS): Wegen geteilter Auffassungen über die Finanzierung des Oktoberfests in diesem Jahr ist der Vorsitzende Ulrich Seibel am Mittwoch mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Ob das Oktoberfest in diesem Jahr stattfinden wird, ist momentan unsicher.

Lünen-süd.. Weil von Festen im vergangenen Jahr noch eine Rechnung aussteht und auch der städtische Haushalt in diesem Jahr nicht so aussieht, als könne die Stadt einen Zuschuss zu den Kosten für die Organisation des Oktoberfestes stemmen, wollte ein Großteil der IGS das Oktoberfest in diesem Jahr ausfallen lassen. Alle, bis auf Seibel. "Das ist eine Traditionsveranstaltung, die es seit 35 Jahren gibt", sagt er, "wenn die ausfällt, möchte ich nicht mehr in der ersten Reihe stehen."

Stadtteilfest als Alternative?

Jochen Gefromm, der als 2. Vorsitzender jetzt kommissarisch in Seibels Fußstapfen tritt, hat sich gegen das Oktoberfest ausgesprochen: "Wenn wir das organisieren, dann muss das auch auf soliden finanziellen Füßen stehen. Da können wir doch nicht einfach ins Messer laufen." Kosten fallen etwa für die Ausschilderungen bei so einem Fest an. Die darf die IGS nämlich nicht mehr wie früher selbst vornehmen, dafür muss sie die Wirtschaftsbetriebe Lünen engagieren. Und das kostet.


Deswegen habe der Großteil der IGS sich jetzt wie Gefromm gegen das Oktoberfest ausgesprochen. Stattdessen sollte im kommenden Jahr ein Stadtteilfest stattfinden, bei der Eröffnung des Stadtteil-Platzes an der Jägerstraße. Es gebe auch Pläne, das Oktoberfest in die Feierlichkeiten der Lünsche Mess zu integrieren.

Von Rücktritt aus Pressemitteilung erfahren

Verärgert zeigte Gefromm sich darüber, dass er von Seibels Rücktritt auch nur durch dessen Pressemitteilung erfahren habe: "Ich finde es schade, dass man bei Gegenwind gleich das Amt niederlegt."

Wie genau es mit Oktoberfest und der IGS weitergeht, soll auf einer außerordentlichen Sitzung in naher Zukunft besprochen werden. Thomas Melson, Schriftführer der IGS, wollte zu diesem Sachverhalt am Mittwochabend auf Anfrage noch keine Stellung beziehen.