"Mauseloch" in Ergste von Schließung bedroht

Seit 1989 betreibt die Elterninitiative Kinderstube Ergste den Kindergarten "Mauseloch" in der Schule an der Ruhr. Doch jetzt herrscht dort Unruhe. Kann die Einrichtung auch nach der Schließung der Schule im Sommer 2016 in ihren Räumen dort bleiben? Das fragen sich Eltern, Trägerverein und Mitarbeiter. Hier gibt es die Antwort.

Ergste.. Der Schulentwicklungsplan, der von der Firma Gebit aus Münster ausgearbeitet wurde, und derzeit noch in den politischen Gremien beraten wird, sieht als ein mögliches Szenario vor, dass die Evangelische Grundschule in Ergste und die Gemeinschaftsschule in Villigst in den Räumen der Schule an der Ruhr am Derkmannsstück zusammengefasst werden. Auch eine Nutzung des Gebäudes durch eine der weiterführende Schule wird durchgespielt.

Beatrice Ehmke, Vorsitzende der Kinderstube "Mauseloch", ist besorgt: "Die Lösungsvorschläge des Gutachtens sehen vor, dass der Kindergarten entweder Räume an der Schule abtreten muss, oder aber im schlimmsten Fall ganz aufgegeben werden soll."

Als Spielgruppe gegründet

Die Elterninitiative wurde vor 40 Jahren als Spielgruppe gegründet, entwickelte sich dann zu einer Kindergarteneinrichtung, die mittlerweile 45 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bis zu 45 Stunden in der Woche betreut. Die Räume in der Schule an der Ruhr kann die Einrichtung seit 1989 als Eigentumsüberlassung der Stadt nutzen, das heißt die Einrichtung zahlt keine Miete, ist aber für den Erhalt des Gebäudeteils zuständig. Die Räumlichkeiten hatte die Eltern weitgehend in Eigenarbeit über Monate hinweg für die Nutzung als Kindergarten umgebaut. Das Mauseloch umfasst 110 Quadratmeter und ein großzügiges Außengelände mit zahlreichen Spiel- und Klettergeräten.

Carsten Morgenthal, Sprecher der Stadt, verwies auf Anfrage unserer Redaktion darauf, dass politisch alles noch im Fluss sei. In der Arbeitsgruppe Schulentwicklung werde der Schulentwicklungsplan weiter diskutiert - bisher übrigens nichtöffentlich - , der Schulausschuss nahm ihn in seiner Sitzung im November lediglich zur Kenntnis.

Verunsicherte Eltern

"Unsere Eltern sind jetzt sehr verunsichert", weiß Beatrice Ehmke aus Gesprächen mit Müttern und Vätern. "Niemand weiß genau, was wird, ob es uns weiter gibt", sagt sie. "Das betrifft ja auch unsere Existenz. Seit zwei Jahren sind wir überbelegt, aber ob in der Situation jetzt auch noch genügend Anmeldungen kommen?" Das Problem sei, das viele Gerede, weil niemand weiß was werde. Um dem entgegenzuwirken, wünscht sie sich eine klare Aussagen von der Stadt.

Stadt-Sprecher Morgenthal ist bemüht, die Eltern zu beruhigen. "Ich bin sicher, dass man den Bedürfnissen einer Einrichtung, die seit 40 Jahren Bestand hat, auch Rechnung tragen wird." Er könne zwar im Vorfeld keine Bestandsgarantie für den Standort geben, aber es werde eine Lösung gefunden, die alle Interessen berücksichtige.