Masern haben in Schwerte keine Chance

"Die miesen Masern geistern durch die Stadt", wird in einem Kinderlied gewarnt. Schwerte können die Musiker zum Glück nicht meinen. Hier und im ganzen Kreis Unna ist in 2015 noch kein einziger Fall der hoch ansteckenden Kinderkrankheit aufgetreten, berichtete Kreis-Pressesprecherin Constanze Rauert auf Anfrage.

Schwerte.. Von der dramatischen Masern-Welle in Berlin ist in Schwerte, nach Constanze Rauert, nichts zu spüren. In den vergangenen fünf Jahren gab es kreisweit gerade einmal 15 Fälle: 2014 war ein Patient in Bergkamen betroffen, 2013 eine dreiköpfige Familie in Selm und 2011 steckten sich zehn Besucher einer Kindertagesstätte in Unna an. Schwerte blieb immer verschont.

"Grund ist die gute Impfmoral im Kreis", sagt Constanze Rauert. Die Impf-Werbung, die nach einer epidemischen Ausbreitung der Masern im Raum Duisburg im Jahre 2007 landes- und kreisweit forciert worden sei, trage jetzt ihre Früchte: "Die Eltern haben das verstanden." Wichtig sei aber, neben dem Gesundheitsschutz der Kinder auch Erwachsene im Blick zu behalten.

Einmal Impfen reicht nicht aus

"Das Problem jetzt ist nicht, dass die Kinder erkranken, sondern junge Erwachsene und ältere Jugendliche", weiß auch Kinderärztin Dr. Eva-Maria Geist aus Villigst. Das Robert-Koch-Institut empfehle deshalb für alle Jahrgänge, die nach 1970 geboren seien, eine Überprüfung des Immunschutzes: "Viele sind nur einmal geimpft, das reicht nicht aus für einen Impfschutz." Und weil diese Altersgruppe die Krankheit meist auch nicht mehr selbst durchgemacht habe, sei sie auch nicht auf diese Weise immunisiert.

"Es ist unbedingt notwendig, zweimal zu impfen", betont Dr. Geist. Üblicherweise werde die Spritze nach dem ersten Geburtstag eines Kindes gegeben. Meistens ist sie kombiniert mit einem Wirkstoff gegen Mumps und Röteln. Die Wiederholung durch den Arzt folge etwa sechs bis acht Wochen später: "Die Masern-Impfung hält dann lebenslang."

Die Schwerter Eltern scheinen die Appelle des Kreis-Gesundheitsamtes und der Kinderärzte beherzigt und verinnerlicht zu haben. "In den 33 Jahren, in denen ich meine Praxis habe, habe ich nur zwei Fälle von Masern gesehen", berichtet Dr. Geist. Der letzte liege schon etwa 15 bis 20 Jahre zurück: "Unsere Kinder sind gut geimpft."