Lüner Schwimmverein soll Freibad alleine bauen

P2+ heißt ein neuer Vorschlag der Verwaltung und der hat es in sich. Es geht um das Projekt Wasserfreizeit am Kanal in Gahmen. Der geplante Bau des neuen Freibades ist darin nicht mehr vorgesehen. Die Verantwortlichen des Lüner Schwimmvereins sind sauer, denn sie müssten den Neubau damit selbst finanzieren.

Lünen.. Zum Hintergrund des neuen Verwaltungsvorschlags namens "P2+": Durch den geplanten Ausbau des Datteln-Hamm-Kanals ist lange klar, dass das bestehende Freibad weichen muss. Stattdessen, so sah es das Konzept Wasserfreizeit vor, sollte das Gelände der Vereinsanlage umgestaltet werden, sollte ein Bootslager für die benachbarten Kanuten entstehen, ein Kiosk und ein Multifunktionsgebäude - und ein neues Freibad. Das kostet insgesamt 2,2 Millionen Euro und soll unter anderem über das Projekt "Soziale Stadt Gahmen" gefördert werden. Jetzt also "P2+".

Ursprüngliche Planung zu komplex

Darin ist der Schwimmverein Lünen (SVL) kein offizieller Vertragspartner mehr, muss also den Neubau des Freibads komplett alleine bezahlen. Aber wieso die Änderung? "Die ursprünglich angedachte Planung hat sich als zu komplex erwiesen", sagt Erster Beigeordneter Horst Müller-Baß. "Am Ende sind die Risiken zu groß." Die Stadt spart dadurch 38.000 Euro beim Bau, später knapp 20.000 Euro pro Jahr an Folgekosten.

"Absoluter Tiefschlag"

Die Verantwortlichen des SVL werden versuchen, "P2+" zu verhindern: "Das ist ein absoluter Tiefschlag", sagt der Erste Vorsitzende Franz-Josef Richter. Ihn ärgert, dass dem Verein offenbar nicht zugetraut wird, das Freibad zu betreiben, dabei betreibe der SVL das alte Freibad schon seit 60 Jahren. Außerdem haben die Ehrenamtlichen schon viel Zeit für die Ausarbeitung der alten Verträge investiert.

Ob das Projekt ohne den SVL durchführbar ist, ist fraglich. Der Pachtvertrag für des Gelände läuft nämlich noch bis 2020. Am Freitag wollen die Verantwortlichen weitere Infos darüber geben, wie der Verein in der Zukunft vorgehen möchte. Klar ist: Das alte Freibad wird auch diese Saison noch einmal öffnen.

Öffentliche Sitzung im Rathaus
Die Beschlussvorlage wird am kommenden Mittwoch, 15. April, um 17 Uhr in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bildung und Sport im Sitzungssaal 1 im Rathaus, Willy-Brandt-Platz 1, diskutiert. Die CDU-Fraktion hat unterdessen einen Änderungsauftrag zum Haushalt gestellt, in dem sie vorschlägt, komplett auf das Projekt Wasserfreizeit zu verzichten, da das Risiko nicht kalkulierbar sei.