Lüner Schweizer-Franken-Kredit wird verlängert

Nun hat die Stadt Lünen schriftlich, was sich vergangene Woche bereits abzeichnete: Zwei deutsche Banken haben zugesagt, den Ende Januar ausgelaufenen Kredit der Stadt im Volumen von 39,3 Millionen Schweizer Franken (CHF) um zwei Jahre zu verlängern. Ansonsten hätte der Stadt ein Millionen-Verlust gedroht.

Lünen.. Die Stadt muss nicht - wie zunächst befürchtet - den durch die Aufwertung des Franken entstandenen Währungskursverlust in Höhe von 14,4 Millionen Euro ausgleichen. Nach der Debatte um die Auswirkungen der Aufwertung des Schweizer Franken auf die städtischen Finanzen könne die Stadt "nun erstmal Entwarnung geben", hieß es Montag, 2. Februar.

Kreditgeber des ausgelaufenen Kredits war nach Angaben von Lünens Kämmerer Uwe Quitter eine deutsche Landesbank. Nun sei der Kredit gesplittet worden - neue Kreditgeber seien "nach intensiven Verhandlungen" zwei deutsche Landesbanken.

Günstigere Konditionen

Die beiden Banken haben der Stadt sogar deutlich günstigere Konditionen eingeräumt als bisher: Insgesamt, so teilte die Stadt mit, zahle sie pro Jahr über 100.000 Euro weniger an Zinsen als bisher. Wie das sein kann? Als der alte Kredit abgeschlossen wurde, habe es deutlich höhere Zinssätze gegeben als jetzt, erklärte Quitter auf Nachfrage. Nun sind die Zinsen niedrig - davon profitiert die Stadt.

"Ich bin froh, dass wir trotz der finanziellen Krise, die die Entscheidung der Schweiz bei vielen NRW-Kommunen ausgelöst hat, so gut verhandelt haben", sagt Quitter. Das Verhandlungsergebnis zeige auch, "dass sich die Banken der drohenden Krise der Kommunen durch die Schweizer-Franken-Kredite bewusst sind".

Die Verlängerung des Kredits um zwei Jahre ist nicht unumstritten. Die GFL hatte in der vergangenen Woche diese "übereilte langfristige" Verlängerung kritisiert.

Vertragsverlängerung wahrscheinlich

Ein zweiter Kredit der Stadt über 25 Millionen CHF wird Ende Juli fällig. Hier ist Quitter "optimistisch, dass wir eine Verlängerung des Vertrages hinbekommen". Dafür werde drei, vier Wochen vorher verhandelt. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 16. April werde über das Thema Kredite gesprochen.

Die Stadt hatte im März 2008 und im Mai 2011 nach Beratung durch landeseigene Institute Kassenkredite in Schweizer Franken aufgenommen, um Zinsen zu sparen. Wie bei vielen anderen NRW-Kommunen waren nach dem Währungskursverlust Mitte Januar mögliche Rückzahlungen in Millionenhöhe befürchtet worden.