Lüner Pfarrerin über Konfirmation früher und heute

Zahlreiche Jugendliche werden an diesem und den kommenden Wochenenden konfirmiert. Über Veränderungen, Themen und ihre eigene Konfirmation berichtete uns die Pfarrerin Andrea Ohm von der evangelischen Gemeinde Horstmar-Preußen.

Lünen.. Melden sich mehr oder weniger Jugendliche als früher an?
In meinem ersten Jahrgang waren es 65 Konfirmanden, dieses Jahr sind es 34, die an diesem und am nächsten Sonntag konfirmiert werden. Das liegt aber vor allem daran, dass derzeit die geburtenschwachen Jahrgänge in dem Alter sind. Ich freue mich, dass es in Lünen-Süd an der Steinhalde ein Neubaugebiet gibt und hoffe dort auf viele Familien mit Kindern, die künftig dann auch Konfirmanden werden.

Haben sich auch die Inhalte im Laufe der Zeit geändert?
Nicht die Inhalte, nur die Methoden für den Konfirmandenunterricht. Heute bieten wir beispielsweise Blöcke an Wochenenden an, früher war es ein Termin pro Woche. Auch laut der Landeskirche ist die Vorbereitung keine Ergänzung des Religionsunterrichts mehr sondern ein Teil der Jugendarbeit.

Engagieren sich die Jugendlichen auch nach der Konfirmation in der Gemeinde?
Einige schon, es sind aber nicht die Massen und das war früher auch nicht anders. In diesem Jahrgang wollen drei Jungen und ein Mädchen weiter in der Gemeinde mitarbeiten.

Und wie war es bei Ihnen selbst als Konfirmandin?
Als ich 1977 konfirmiert wurde, hatten wir mehrere Gruppen mit 30 Konfirmanden. Unser Pastor hat auch einige von uns angesprochen, ob wir uns nachher engagieren wollen. Ich hab weitergemacht - ganz klassisch zunächst beim Kinder-Gottesdienst mitgeholfen.

Gibt es für Ihre Konfirmanden in diesem Jahr ein Motto?
Ja. Es lautet "Konfirmation - ganz schön schräg, oder?"

Wo sehen Sie außer bei den Zahlen noch Unterschiede zu früher?
Bei uns hatte man Normen, man war sich einig, dass man zur Konfirmation geht. Heute sind die Jugendlichen viel individueller und es gibt auch durchaus Fälle, wo einige sagen, dass sie nicht zur Konfirmation wollen und die Eltern das auch akzeptieren. Heute werden viele Dinge infrage gestellt, aber die Mehrheit meldet sich dann doch zur Konfirmation an.

Und wie sieht es in Sachen Geschenke heute und früher aus?
Bei meiner Konfirmation war es üblich, dass Aussteuer geschenkt wurde und vielleicht auch ein bisschen Geld. Aber längst nicht so viel wie heute.

War "damals" alles besser?
Das sehe ich nicht so. Die Jugendlichen sind auch heute auf der Suche nach einem Sinn, nach Gott. Das Ziel ist immer noch, den Jugendlichen eine gewisse Orientierung mitzugeben. Wichtig ist, dass man im persönlichen und gesellschaftlichen Leben eine Kraftquelle zur Verfügung hat. Das kann eine religiöse Gemeinschaft sein.