Lüner Musikschulgründer Joachim Simon gestorben

Trauer um den Mann, dem die Musik und die Ausbildung junger Talente stets am Herzen lag der Lüner Joachim Simon starb am 15. Mai plötzlich und unerwartet, zwölf Tage nach seinem 88. Geburtstag. Er gründete 1967 die Musikschule und leitete diese bis zu seiner Pensionierung. Außerdem erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Lünen.. Joachim Simon war seiner Heimatstadt Lünen immer treu geblieben. Erst im März hatte er den Lüner Kulturpreis 2014 für sein künstlerisches Schaffen in den Bereichen Musik und Literatur entgegen genommen. Zwei Mal zuvor war Simon Laudator bei dieser Veranstaltung - für Geigerin Mirijam Contzen und Sänger Max Raabe.

Kreis-Chorleiter und Kantor

Nach einem Musikstudium leitete Simon zahlreiche Chöre und Orchester. In den 50er-Jahren war er Kreis-Chorleiter und Kantor in den Bezirken Johannes und Stephanus. Dann erfüllte er sich und vor allem der Stadt einen großen Traum - 1967 gründete er die Lüner Musikschule mit und leitete sie erfolgreich bis zu seiner Pensionierung 1990. Zahlreiche junge Musiker verdanken ihm und seinem Engagement den Beginn ihrer Karriere.

Simon machte sich aber auch als Autor einen Namen. Und zwar nicht nur in den über fünf Jahrzehnten, in denen er als fachkundiger Musikkritiker für diese Zeitung tätig war. Mehrere Bücher mit humorvollen Gedichten schrieb der vielseitig Talentierte. Und auch einen Krimi, der natürlich im Musikermilieu spielte und den er beim Festival "Mord am Hellweg" in einer Lesung vorstellte.

Bundesverdienstkreuz 1997

1997 erhielt Simon das Bundesverdienstkreuz. Frank Fischer, der vor 25 Jahren sein Nachfolger als Musikschulleiter wurde, hat einen engen, väterlichen Freund verloren. "Wir hatten musikalisch und menschlich ein sehr herzliches Verhältnis", so Fischer, der auch die Trauerrede halten wird. Musikschul-Weggefährten werden die Trauerfeier nach Simons Wünschen musikalisch gestalten.

Simon habe, so Fischer, für den gesamten Bereich der sogenannten ernsten Musik in Lünen enorm viel getan. Auch die Gesellschaft der Musikfreunde und das Kammerorchester hatte er geprägt, viele Sonntagskonzerte organisiert und gestaltet.

Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung ist am Samstag, 23. Mai, um 10 Uhr in der Trauerhalle des Kommunalfriedhofs, Cappenberger Straße.