Lünen wird mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen

Bisher ist Lünen ohne größere Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge ausgekommen. In diesem Jahr wird die Stadt jedoch deutlich mehr Asylsuchende aufnehmen müssen als zunächst angekündigt. Die Verwaltung sucht daher nach neuen Räumen. Nicht die einzige Frage, die geklärt werden muss.

Lünen.. Angesichts der steigenden Anzahl der Asylsuchenden wird das bisherige Konzept, Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen, nicht mehr zu halten sein. Im Januar waren Lünen 220 Asylsuchende für dieses Jahr angekündigt worden. Am Donnerstag vergangener Woche hat das Land die Zahl auf 348 nach oben korrigiert.

Anfang des Jahres hatte Lünen 60 Flüchtlinge aufgenommen. Ein Viertel der Menschen kam aus Syrien, drei Viertel vom Balkan, auch aus dem Kosovo. "Da wären wir mit unserem Wohnungskonzept noch hingekommen, doch mit dem aktuellen Plus ist das nicht mehr zu schaffen", erklärte Horst Müller-Baß, Erster Beigeordneter.

Zusätzliche Kosten erwartet

Auch bei den Kosten müsse nachjustiert werden. Bislang gibt die Stadt jährlich 2,5 Millionen Euro für Flüchtlinge aus. Nach ersten Schätzungen werden wohl 1,3 Millionen Euro dazukommen. Die Verwaltung sei gerade dabei, das nachzurechnen, so Müller-Baß. Die Zahlen enthielten die Unterbringung, Krankenleistungen und Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz.

Auch personell werde sich die Verwaltung auf zusätzlichen Aufwand einstellen müssen. Während die Caritas mit drei Mitarbeiterinnen für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig ist, wird jetzt eine Kollegin der Verwaltung Ehrenamtliche beraten. "Wir müssen sehen, wie wir den Mehraufwand an Verwaltungsarbeit regeln", erklärt Müller-Baß.