Lärm-Klage gegen Stahlwerk nahezu chancenlos

Erst haben sich die hiesigen Mieter beschwert, dann ging der Hausbesitzer in die Offensive. Sein Kampf gegen die Erweiterung des Boecker-Stahlwerks in Westhofen hat vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen aber wohl kaum Erfolgschancen. Die neue Halle wird höchstwahrscheinlich kommen - unter Auflagen.

Westhofen.. Stein des Anstoßes ist eine neue Halle, die die Stadt schon 2011 genehmigt hat und die die Firma Boecker nun in die Tat umsetzen möchte. Gleichzeitig wurde damals auch grünes Licht für einen Zweischicht-Betrieb gegeben. Ein Lärmgutachter hatte schon zuvor keine Bedenken geäußert.

Die Anwohner der Eickhofstraße in Westhofen leben schon seit Jahrzehnten in unmittelbarer Nachbarschaft des Stahlwerks. Ihre neuen Befürchtungen: Da eine Vergrößerung immer auch mehr Lkw-Verkehr nach sich zieht, rechnen sie nun auch mit mehr Lärm.

Lieferverkehr am Stahlwerk begrenzt

Einen Mini-Erfolg haben sie am Dienstag auch erzielt: Mehr als 60 Lkw dürfen pro Tag nicht abgefertigt werden. Das wurde im Prozess vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen noch einmal extra zu Protokoll gegeben. Die Baugenehmigung wird nun um diese Klarstellung ergänzt. Zurzeit ist Boecker von dieser Zahl aber noch weit entfernt. Nach Angaben des Geschäftsführers werden an guten Tagen maximal 40 Lkw abgefertigt. "Mehr ist für uns als kleiner Betrieb auch gar nicht zu machen", hieß es vor Gericht.

Auch wenn die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist: Grundsätzlich ist die Genehmigung für die neue Halle wohl nicht zu kippen. Das haben die Richter bereits durchblicken lassen.