Klinikum-Mitarbeiter froh über Sicherheitsdienst

Die Ankündigung, einen Sicherheitsdienst zum Schutz der Schwestern und Ärzte in der Notaufnahme des Klinikums Lünen zu beauftragen, hat eine Welle an Reaktionen ausgelöst. Mitarbeiter des St.-Marien-Hospitals seien froh, dass die angespannte Situation endlich öffentlich gemacht wurde.

Lünen.. "Mit einem so großen Interesse habe ich gar nicht gerechnet", sagte Geschäftsführer Axel Weinand am Montag. Er sei positiv überrascht. Zwei Fernsehsender hatten sich angekündigt.Auch von den Mitarbeitern des St.-Marien-Hospitals habe es viele Rückmeldungen gegeben. Endlich sei mal angesprochen worden, dass "wir Hilfe brauchen und nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist", zitiert Weinand einige Stimmen.

Beim Neujahrsempfang am Freitag hatte der Klinikchef öffentlich angesprochen, dass die Beschäftigten in der Notaufnahme zunehmend angegangen werden: Sie werden beleidigt, bespuckt, gekratzt, geschlagen, sexuell belästigt und sogar mit dem Tod bedroht.

Panikraum, Video-Überwachung, Alarmknopf

Aggressive Verhalten stünde oft in Zusammenhang mit alkoholisierten Menschen, die abends in die Notaufnahme kommen. "Das Problem zeigt sich ab 18 Uhr und nachts", so Weinand. "Wir haben hier nicht jeden Tag Kriegszustände, aber manchmal häuft es sich", sagt er.

Zum Schutz der Mitarbeiter hat das Krankenhaus ein ganze Maßnahmen-Paket geschnürt. Ein Panikraum wurde eingerichtet. Mitarbeiter einer externen Firma sollen abends für Sicherheit sorgen, indem sie die Patienten schon an der Pforte in Empfang nehmen und für Deeskalation sorgen. Das Klinikum will psychisch traumatisierten Mitarbeitern Supervision anbieten und Deeskalationstraining durchführen. Elektronische Türschließmechanismen, Video-Überwachung und eine Telefonanlage mit Alarmknopf sind vorgesehen.