Kleingärtner aus Brambauer ärgern sich über DSW21

Viele Pächter der Gartenanlage an der Brechtener Straße in Lünen-Brambauer fühlen sich allein gelassen. Zu gefährlich sei die Ausfahrt von der Anlage auf die Straße. Am vergangenen Wochenende gab es einen Unfall mit der vorbeifahrenden Straßenbahn. Schon wieder, sagen sie. Aber ändern wird sich wohl erst einmal nichts.

Brambauer.. Die Bahnen der Linie U41 fahren hier im 20-Minuten-Takt vorbei. Wer also auf das Gelände der Gartenanlage fahren möchte, muss über die Schienen. Eine Ampel soll verhindern, dass sich Autos und Bahn in die Quere kommen. Tut sie aber nicht, behaupten die Pächter.

"Ich habe schon öfter beobachtet, dass die Ampel aus war, aber trotzdem eine Bahn kam", sagt die Verwalterin der Anlage Ruth Grausch. Heinrich Brügemann, Besitzer der Garten-Anlage, stimmt ihr zu und fragt: "Muss erst etwas Ernstes passieren, damit hier reagiert wird?"

Bei der DSW 21, die die Bahnlinie betreibt und auch für die Einrichtung der Ampel zuständig ist, ist die Stelle nicht als Unfallschwerpunkt bekannt. "Auch die Lichtsignalanlage (Ampel) haben wir uns angeschaut", sagt DSW-21-Sprecher Wolfgang Herbrand. Die Ampel habe immer korrekt gearbeitet. Und überhaupt: Die Bahn würde automatisch stoppen, wenn die Ampel mal ausfällt.

Guido Munkes kann das nicht glauben. Er ist ebenfalls Pächter und zeigt eine SMS auf seinem Handy, die er an einen befreundeten DSW-21-Mitarbeiter geschickt hat, an Neujahr. Inhalt: Die Ampel funktioniert gerade wieder nicht. Auch ein weiterer Pächter, der 2010 mit der Straßenbahn kollidiert ist, sagt, die Ampel sei nicht eingeschaltet gewesen. Diesen Unfall aus dem Juli 2010 konnte die Polizei jedoch auf Anfrage unserer Redaktion nicht bestätigen.

Angebrachte Spiegel sind beschmiert

Wer sich nicht auf die Ampelanlage verlassen möchte, der kann über zwei angebrachte Spiegel überprüfen, ob gerade eine Bahn kommt. Die Spiegel jedoch hängen viel zu niedrig und sind beschmiert - zu erkennen ist damit nichts. Und wer sich auf die Schienen gewagt hat, der steht dort unter Umständen einige Minuten, bis er sich in den fließenden Verkehr einfädeln kann. Mit dem Heck auf den Schienen, müssen diese Fahrer auch aufpassen, dass die Bahn nicht in der Zwischenzeit anrauscht.

Brügemann hätte sich gewünscht, dass die Schienen von Anfang an mit etwas Abstand zur Gartenanlage gebaut werden, für eine bessere Übersicht. Das wurde abgelehnt. Und auch heute sieht es nicht so aus, als würde sich bald etwas ändern. Denn auch die Stadt teilt mit, dass diese Stelle nicht als Gefahrenbereich bekannt ist.