Kirchengemeinde verliert halbes Pfarrerteam

Da waren´s nur noch drei: Das halbe Pfarrerteam hat die Evangelische Kirchengemeinde Schwerte innerhalb von wenigen Monaten verlassen. Pfarrer Stephan Ebmeier sucht als Religionslehrer in Dortmund eine neue Herausforderung. Das Gremium der Gemeinde verweist auf einen bekannten Trend.

Schwerte.. Erst wechselte Pfarrerin Antje Wischmeyer nach Selm, dann nutzte Pfarrer Manfred Wuttke die Möglichkeit der vorzeitigen Pensionierung. Und jetzt überraschte die Entscheidung von Pfarrer Stephan Ebmeier, als Religionslehrer in Dortmund eine neue Herausforderung zu suchen.

"Für die Gemeinde ist es ein sehr großer Verlust", wertet Superintendentin Martina Espelöer (Foto). Denn Pfarrer Ebmeier sei ein moderner Pfarrer, der es mit Humor und Lockerheit verstehe, den christlichen Glauben zu vermitteln: "Wo er auftaucht, hat er sofort einen Draht."

Nicht mehr umzustimmen

Vergeblich hatte der Presbyteriums-Vorsitzende Roland Preuß noch versucht, Ebmeier umzustimmen: "Sein Entschluss stand fest." Schon wieder musste das Leitungsgremium der Gemeinde zur Kenntnis nehmen, dass ein Pfarrer sich anders orientierte. Ob es noch mit weiteren Veränderungen zu rechnen habe? "Muss man mal gucken", sagt Preuß. Auch Superintendentin Espelöer zeigt sich bei dieser Frage zugeknöpft: "Alles, was spekulativ ist, ist für mich irrelevant."

Beide verweisen aber darauf, dass in der gesamten Landeskirche viel Bewegung unter den Pfarrern herrscht. "Die Stellen von Pfarrerin Wischmeyer und Pfarrer Ebmeier werden wiederbesetzt", kann Espelöer beruhigen. Voraussichtlich im Herbst beginne die Ausschreibung. Bis dahin würden als Vertretung Pfarrer auf Zeit zur Verfügung gestellt - in Person von Pfarrer Hartmut Görler und Pfarrerin Anne Heckel.

Nur fünf Pfarrstellen für 15.000 Mitglieder

Für die auf knapp unter 15.000 Mitglieder geschrumpfte Gemeinde sind damit künftig fünf Pfarrstellen geplant. Ihre Inhaber sind geborene Mitglieder im Presbyterium, das im Februar 2016 neu gewählt wird. Daneben gibt es 22 Plätze für Ehrenamtliche, von denen derzeit drei aus beruflichen oder familiären Gründen frei sind. "Wir müssen gucken, ob wir bei der Anzahl bleiben oder die Genehmigung beantragen, die Anzahl zu reduzieren", überlegt Preuß. Nicht nur beim neuen Gemeindezentrum neben St. Viktor ist die Gemeinde eine Baustelle.